Punktgenau auf Flusswaller

 

Rauschend zieht der Rhein am Ufer vorbei. Eine starke Strömung ist das Bild, was sich meinen Augen bietet. Das Wasser, welches an den Buhnenspitzen vorbei fließt wird stark verwirbelt und hinterlässt in den Bereichen unmittelbar hinter den Buhnen große Mulden und Löcher in denen der Waller im Verborgenen lebt. Genau in diesen Verwirbelung etwa 10 Meter hinter der Buhnenspitze präsentiere ich meine Waller Köder, den dort ist die Tiefste Stelle des Buhnenfeldes und genau dort lauert der Waller auf seine Beute, die einfach über ihn hinwegschwimmt.

Denn wenn man sich die Kopfform des Welses genauer ansieht erkennt man, dass der Waller ein oberständiges Maul und nach oben gerichtete Augen aufweist. Das bedeutet dass er einen Großteil seiner Nahrung von unten aus jagt. Er greift seine Beute aus der Deckung heraus an und folgt den Beutefischen oft bis an die Oberfläche.

Natürlich ist nicht jede Buhne fängig und  nicht hinter jeder Buhnenspitze liegt ein Waller. Es gibt ein paar  Merkmale, die eine gute Buhne ausmachen. Das sind in erster Linie Kanten, Löcher und Sandbänke. Diese Strukturen lassen sich oft schon mit bloßem Auge erkennen. Heftige Kehrströmungen am Buhnenkopf, die durch eine stark kräuselnde Wasseroberfläche angezeigt werden, stehen für tiefe Löcher und harte Kanten. Die fängigsten Buhnen eines Feldes sind meist die erste und zweite Buhne, denn hier ist am meistens Strömungsdruck drauf.

Diese Fischreiche und tiefe Buhnen findet man meist in den Außenkurven des Flusses den hier prallt die Strömung mit all seiner Kraft darauf und spült dieses Felder tief aus.

Der Strömungsdruck hinter der Buhnenspitze ist  so stark, das normale Bleigewichte samt Köder abwandern würden, bis das Blei irgendwann zwischen den Steinen am Grund hängen bleibt, was in den meisten Fällen mit dem Verlust der Montage endet.

Ich verwende deswegen nur noch Steine mit einen Gewicht von ca. drei-fünf Kilo als Gewicht, diese findet man schließlich in allen Größen am Ufer eines jeden Flusses. Diese binde ich mit biologisch Abbaubarer Sisal Schnur und befestige an dieser eine Monofile Reißleine (0,35mm-0,45mm). Nun kann ich meine Ruten kräftig spannen und ich kann auch in der knallharten Strömung fischen. Aufgrund des Stein-Gewichtes Schlägt sich der Waller denn Haken selber ins Maul. Mann kann diese Art des Fischens mit der Selbsthakmontage beim Boilieangeln auf Karpfen vergleichen, den Dort wird auch das Festmontierte Bleigewicht als Selbsthak-Effekt eingesetzt.

Nach einem Biss reißt die Reißleine am Stein ab und man kann den Waller frei drillen. Die unbeliebten Hänger sind damit zu 100 Prozent dezimiert.

Bei Hochwasser sind lange Buhnen besonders von Erfolg gekrönt. Denn wenn das Wasser ansteigt ziehen sich die Futterfische aus der Hauptströmung zurück und suchen die ruhigen Bereiche des Buhnenfeldes. Jetzt lege ich meine Montagen nicht am Buhnenkopf ab, diese jetzt durch Treibgut nach einer kurzen Zeit abreißen würden.

 

Ich befische das Stille Wasser und die Sandbank in mitten des Feldes, den dort sammeln sich die meisten Weißfische. Jedoch muss ich darauf achten das ich nicht in der Kehrströmung  (Rückströmung) fische, erstmal würde das meine Steinmontage verwickeln und zudem habe ich in diese Rückströmung noch keinen gescheiten Waller gefangen.

In Deutschland ist der lebendige Köderfisch verboten, deswegen habe ich zusammen mit dem Black Cat Team die letzten beiden Jahren Dead Bait Systeme entwickelt und  in der Praxis am Wasser getestet. Unsere Dead Bait Systeme haben jetzt schon das angeln in Deutschland Revolutioniert und Fische bis 103 Kilo in Deutschland gefangen. Nach dieser Erfolgreichen Testphase können wir jetzt das Black Cat DEAD FLOAT präsentieren. Das es ab sofort für jeden Wallerangler im Angelladen erhältlich ist. Dieses Spezial-U-Posen System erweckt tote Köderfische zum Leben. Der Schwimmkörper wird kurz hinter den Kopf auf den Rücken des Köderfisches gesetzt und die Klammern seitlich in den Fischkörper gedrückt. Dadurch behält der tote Köderfisch seine reale Form im Wasser und beginnt in der Strömung verführerische Schwimmbewegung zu erzeugen, ohne sich zu drehen.

Die Montage ist sehr einfach. Sie besteht aus einen ca.200cm langen Vorfachmaterial, zwei Haken einer hake ich ins Fischmaul danach kommt der Dead Float und der zweite Haken steche in die obere Schwanzflosse. Etwa 20cm vor dem Köder montiere ich eine Black Cat PROPELLER U-POSE diese ist mit robusten Leichtmetall-Flügeln ausgestattet, was starke Druckwellen unter Wasser aussendet, und zusätzlich mit zwei Glasrasseln, die bei der Rotation Geräusche abgeben, die den Wels zum Köder locken.

Tauwürmer und Calamari sind auch Top Köder zum Wallerangeln, diese ich auch knapp über den Gewässergrund mit Hilfe unsere neuen PROPELLER U-POSE anbiete.

Zum Ausbringen der Montagen ist ein Boot mit den dazu gehörigen Echolot Notwendig. Den nur so kann ich meine Köder Punkt genau ausbringen und die Vertiefungen hinter der Buhnenspitze genau finden. Hinter einer Rheinbuhne langt meist ein Paddelboot zum Auslegen der Montagen, Ideal ist natürlich ein Schlauchboot mit einem kleinen Außenborder.

Bein Wallerangeln benutze ich sehr gerne Multirollen, diese haben Gegenüber Stationär Rollen mehrere Vorteile. Erstmal die Schnurkapazität ist größer, bessere Schnubremse, das Auslegen der Montagen geht mit Hilfe der Ratsche besonders einfach und dank dieser ist das laute knarren bei einen Biss, ein gute Bisserkennung.

In der Regel kann man davon ausgehen, dass bei steigenden Wassertemperaturen ab 10 Grad Celsius im Frühjahr (März, April, Mai) auch der Hunger der Welse ansteigt. Hier frisst der Wels über einen längeren Zeitraum am meisten. Er ist aufgrund seiner Fressgier nach Beute, um diese noch frühe Jahreszeit am leichtesten zu fangen, als im gesamten anderen Jahr.

Der Wels ist ein Allesfresser, das bedeutet er ernährt sich von allerlei Fressbaren, was ihm in seiner Umgebung vor die Barteln kommt.  Er jagt bis in den oberen Wasserschichten nach Beutefischen und schreckt dabei nicht einmal vor kleinen Säugetieren zurück. Er wird immer das fressen wo er am leichtesten Erbeutet. Was er hierbei Erbeutet kommt auf die Größe der Welse an, kleine Welse (unter einen Meter) sammeln vorwiegen und werden erst mit zunehmender Größe zum Jäger, er wählt seine Nahrung Effektiv aus, sprich möglich wenig Energieverbrauch und größte mögliche Nahrungs- und Kalorienaufnahme. Denn wenn wir zum Beispiel mit drei Würmer auf Wels angeln und mit diesen kleinen Köder einen Wels fangen wird dieser in der Regel sehr klein sein. Anderseits habe ich die Erfahrung gemacht dass ich viele meiner kapitalsten Fänge mit überdurschnittlichen großen Köderfischen, über einen Pfund gefangen habe.

Fazit

In der Regel kann man davon ausgehen, Je Größer der Köder desto Größer der Fisch, das bedeutet kleinere Welse sind meist Sammler und größere Welse sind Jäger.

Im Herbst wenn die Blätter von den Bäumen fallen und die Wassertemperaturen  zurück gehen, ziehen sich die Welse in tiefere Bereiche zurück, um Dort in Winterruhe zu gehen.

Vorher müssen sie sich aber nochmals den Ranzen voll schlagen und sich eine Winter-Speckschicht an fressen. Das ist für uns Angler nochmals eine gute Chance einen Wels vor dem Winter zu fangen.

Meist beginnt diese Fressphase Anfang Oktober und endet erst im Dezember.

Das ist für mich als Welsjäger einer der schönsten Jahreszeiten, es wird früher dunkel und ich kann dann lange und im Schutz der Dunkelheit meinen Traumfisch jagen.

Rutensicherung.

Die Wallerrute wird am Ufer steil aufgestellt, um möglichst viel Schnur aus dem Wasser zu bekommen, erfolgt die Hauptbisserkennung über die Rutenspitze. Ein Knicklicht hilft hier in der Dunkelheit. Ich persönlich versehe die Spitze noch mit einer Glocke, um auch ein akustisches Signal beim Anbiss zu erhalten. Der Waller-Anbiss kommt oft recht hart, so dass die Rutenspitze oft bis zum Boden heruntergerissen wird! Schlecht gesicherte Ruten werden hierbei sofort ins Wasser gezogen. Rod Pots oder Normale Rutenhalter sind deswegen beim Wallerangeln nicht geeignet! Die Bremse der Rolle sollte fest eingestellt sein, sonst bleibt der Selbsthakeffekt aus. Jeden Anbiss sollte man mit einem beherzten Anschlag quittieren, so sorgt man für einen guten Hakensitz im Wallermaul und bringt die Reißleine zwischen Stein und Montage zum Bruch, falls dies der Wels bei der Flucht nicht von selbst getan hat.

Vorfach, Wirbel & Haken:

 

Als Vorfachmaterial benutze ich 1,2mm Monovorfach dieses hat mehrere Vorteile:

 

1: sie ist steifer als Dynema und verwickelt sich deswegen nicht!

 

2: sie ist abriebfester als Dynemavorfach.

 

3: bei klaren Gewässern ist das Mono fast unsichtbar und man bekommt mehr Welsbisse.

 

4: Mono ist billiger als anderes Welsvorfach-Material.

 

Große Wirbel mit einer Tragkraft von min. 80 Kilogramm und Stabile scharfe Haken. Auf die Schärfe der Haken ist besonders vor dem angeln zu achten, den nur so kann man seine Bissausbeute steigern.

 

Tight lines  Peter Merkel