Po di Goro - dort wo die Urwelse leben

 

Etwa 100 Meter oberhalb der Mündung des Po di Goro liegt das "Austrian-Fishing & Adventure Camp" in Saravalle.

Dieses gepflegte deutschsprachige Wallercamp bietet günstige Übernachtungsmöglichkeiten, eine Slipanlage, Wallerboote, Angelizensen für die Region Veneto/Rovigo und alle wichtige Infos die man braucht um dort erfolgreich auf Großwelse zu fischen, natürlich besteht auch die Möglichkeit für Neulinge, sich einen Angelführer zu buchen. Otto, Guide im camp kennt die besten Plätze und Methoden und führt Gäste schnell zum Wels.

Im Mündungsbereich ist der Fluss etwa 100 Meter breit und im Durchschnitt 3-4 Meter tief. Danach folgen mehrere Kurven die eine Gewässertiefe von 9 Meter erreichen. Das sind die ersten heißen Stellen (direkt am Camp) wo in den letzten Jahren viele Großwelse gefangen wurden.

Etwa 12 Kilometer Flussabwärts von Saravalle liegt ein Stättchen Namens Mesola.

In dieser Gegend ist der Fluss nicht so stark befischt wie in der Campnähe. Zu erwähnen sind einigen Stellen die 18 Meter Tiefe erreichen. Dort habe ich auf meiner Testtour auch die größten Exemplare fangen können.

Danach schlängelt er sich weiter bis zur einen Kleinstadt Namens Goro. Dort befinden sich zwei große Inseln in deren nähe konnte ich viele Fischechos auf meinem Echolot feststellen.

Bei Goro wurden schon vor 10 Jahren Waller über 210cm gefangen. Diese Fische müssten heute eine geschätzte Größe von über 250cm aufweisen.

Vorbei an Fischerbooten geht es weiter bis zur Schwimmbrücke in Gorino. Wenn sie diese passiert haben ändert sich die Landschaft schlagartig.

Zu sehen ist der Brackwasser mit riesigen Schilfweiden und der Po di Goro erreicht Stellenweise eine Flussbreite weit über 200 Meter.

Hier ist das Wasser salzhaltig und deshalb lohnt es sich ab hier nicht mehr auf Waller zu Angeln.

Am Fischerhafen von Gorino vorbei kann man schon den Leuchtturm von Goro sehen. Der Po mündet dort nach 50 Flusskilometer in eine wunderschöne und blaue Adria. Meine Reise endet hier.

Fangmethoden:

Bojenfischen:

Wegen der geringen Strömung ist das Bojenfischen die Top Montage im Delta.

Dabei ist zu beachten, dass man nicht den gesamten Fluss mit Bojen bestückt und mindestens 1/3 des Flusses als Fahrrinne frei lässt und seine Montagen sichtbar für andere Angler kennzeichnet.

Anbinden an Holz und Ästen:

Auch das Anbinden mit einer Reißleine an Holz ist eine sehr einfache und fängige Montage.

Vom verankerten Boot:

Eine Simple Methode ist, vom verankerten Boot aus zu fischen.
Bei dieser Angelart wird das Boot quer im Fluss verankert (Bug und Heck Richtung Ufer). Die Köder werden einfach mit Hilfe der Schwimmermontagen abtreiben lassen und etwa 50-150 Meter hinter dem Boot angeboten.

Driftfischen/Wallerholz:

Das Driftfischen vom treibenden Boot ist wegen der geringen Strömung immer für einen Versuch Wert. Bei dieser Art des fischen kann man auch ein Wallerholz benutzen.

Manchmal versammeln sich ganze Wallerschwärme unter dem Boot und schauen was los ist. Die Abstände zwischen den Klopfgeräuschen und die immer wieder eingelegten Pausen sind hierbei Gefühlssache.

Beste Angelzeit:

Frühjahr:

Im Frühjahr vor und nach der Leichzeit der Waller (Mitte April) bestehen die besten Bedingungen erfolgreich auf den Giganten zu fischen. In dieser kurzen Zeit frisst der Waller 60 Prozent der Nahrung des gesamten Jahr. In diesen Monaten (März, April und Mai) sind Massenfänge keine Seltenheit.

Der Sommer:

Im Sommer werden die meisten großen Waller in der Mittagszeit unter Verwendung des Wallerholzes oder in der Nacht beim Bojenfischen gefangen.

Der Herbst:

Im Herbst beim Bojenfischen (Mitte Oktober bis Anfang Dezember) werden im Po di Goro die kapitalsten Welse gefangen.

Wissenswertes:

Die Waller werden gefangen und anschließend wieder in die Freiheit entlassen (Catch & Release).

In der Hauptsaison werden pro Woche ca. 2 bis 4 Waller von über 200 cm Länge und einem Gewicht von knapp unter 100 kg gefangen.

Schonzeiten:

Für Waller, Zander,Silberkarpfen und Amur gelten keine Schonzeiten

Karpfen 15.4.-30.6.

Fischbestand:

Die meisten Gastangler besuchen den Po di Goro hauptsächlich wegen der enormen Wallerbestände und träumen von ihren "Fang des Lebens" der dort jederzeit Wirklichkeit werden kann.

Als Beifängen werden dort riesigen Zander gefangen und für Karpfenfreaks ist das Delta immer noch ein geheimes "Eldorado".

Die heimischen Fischer stellen im Po di Goro nahezu ausschließlich mit der Angel oder mit riesigen Ködersenken auf die Meeräsche nach, die im gesamten Fluss in riesigen Schwärmen vorkommen.

Köder Tipp:

Die Meeräsche und die Brasse ist die Hauptnahrung des Wallers und somit der beste Köder.

Die Meeräsche ist ein Planktonfresser und ist nur mit speziellen Watwürmer an den Haken zu bekommen.

Die Würmer bekommt man für kleines Geld im Camp zu kaufen.

Karpfenfischen:

Als Geheimtipp gilt das Karpfenfischen im kleinen Po. Die Karpfenpopulation ist dort gigantisch angestiegen und sollte vielleicht in den nächsten Jahren noch genauer erforscht werden.

Doch sind schon Karpfen als Beifänge von heimischen Aalangler mit 30 Kilogramm gefangen worden.

Auch ich dürfte live solche einen Fang eines Fisches über 20 Kg miterleben.

Gezeiten/Strömung:

Auch Po di Goro mit eine Flussbreite zwischen 80 und 200 Meter steigt und fällt zweimal am Tag mit vorhersagbarer Regelmäßigkeit. Etwas mehr als 6 Stunden lang steigt das Wasser: die Flut kommt. Dann fällt es über einen ebenso langen Zeitraum wieder ab: die Ebbe tritt ein. Das Zusammenspiel zwischen Ebbe und Flut nennt man Gezeiten.

An den Vollmundtagen können die Wasserausschläge bis zu einen Meter ausmachen!!!

Diese Schwankungen der Pegelstände sollte man immer beachten.

Die Strömung ist deutlich geringer als im Mittellauf was bewirkt, dass der Fluss führt nicht so viel Treibgut mit sich!

Gesetze:

Wild Campieren führte zum Verdruss der Campbetreiber und der Carabinieri. Das „wilde Campieren" ist in Italien verboten.

In Italien benötigt man eine gültige Angellizenz der zuständigen Region. Es besteht die Möglichkeit die Lizenz ist im Camp für 50 Euro zu erwerben.

Erlaubt sind drei Angelruten pro Lizenz. Es ist zwingend Notwendig immer seinen Personalausweis mit zu führen, denn bei Kontrollen wird dieser mit den Daten der Angellizenz verglichen.

Das Nachtfischen und der lebendige Köderfisch ist geduldet.

Essen und Trinken:

Erste Adresse wenn es um das Essen und Trinken in Seravalle geht ist "La Porta del Delta" Restorante specialita pesce. Das Restaurant befindet sich direkt auf dem Campgelände und bietet hervorragende Pasta und Fischspezialitäten zu guten Preisen an.

Natürlich kann man das Essen auch zum mitnehmen bestellen und direkt am Angelplatz verspeisen.

Venedig naht:

Der Weg nach Venedig lässt sich kurzweilig gestalten. Beispielsweise mit einer Fahrt nach Chioggia nur 60 Kilometer von Saravalle entfernt. Die interessante Hafenstadt ist mit seinen vielen Kanälen schon eher mit Venedig vergleichbar, aber deutlich kleiner und nicht von Touristen überlaufen.

Schutzmaßnahmen:

Wichtig sind in den Sommermonaten das Insektenspray und entsprechende Sonnenschutzmaßnahmen.

Erlebnisbericht:

Als wir den Po di Goro mit dem Boot hinunter drifteten, kamen wir an eine Ausbuchtung vorbei wo dann plötzlich eine gigantische Abrisskante von 4 Meter schräg auf 18 Meter herabfiel.

Sofort waren sehr viele Fischechos auf dem Echolot zu sehen, die bewegungslos auf den Gewässergrund lagen. Ich nahm mein Wallerholz und schlug vorsichtig ins Wasser um zu schauen wie die Welse auf das Klopfgeräusch reagieren.

Klong, Klong und ich sah keine Echos mehr auf dem Bildschirm.

Diese Beobachtungen konnte ich schon an verschiedenen Gewässern Europas machen, nämlich an solchen, wo ein großer Fischdruck herrscht und die Welse schon Bekanntschaft mit unseren schmerzhaften Haken machten.

Ich wusste, um hier erfolgreich zu Angeln, muss eine Montage für vorsichtige und erfahrene Waller her.

Die Köder müssen naturgetreu und schmackhaft angeboten werden.

Deshalb beschloss ich das Boot zu verlassen, um vom Ufer unauffällig und geräuschlos wie ein "Sioux Indianer" meine Köder auszulegen damit die Räuber keinen Verdacht schöpfen und keine Verwirbelungen der Montagen im Wasser Festellen können, wie z.B mit großen Wasserkanistern so wie es beim Bojenfischen üblich ist.

Ich greife zur Holz und Sträucher-Montage.

Bei dieser Montage hängt nur der Köder mit dem Vorfach im Wasser. Auf den Schwimmer und Blei wird verzichtet. Die Hauptschnur hängt komplett in der Luft. Somit wird der Köder naturgetreu angeboten. Das ist die beste Montage für Scheue Waller.

Mit dieser Technik habe ich schon an verschiedenen schwierigen Gewässern gute Erfolge erziehlt.

Zum Ausbringen benutze ich mein kleines BW-Schlauchboot. Damit kann ich Geräuschlos meine Montagen auslegen.

Mit der hereinbrechenden Dämmerung bekomme ich den ersten Biss. Nach kurzem aber heftigen Drill landete ich einen 1,78m Wels.

Gegen Mitternacht reißt mich der nächste Biss aus dem Schlaf. Doch diesmal währt sich mein Gegner stärker. D ie Schnur lief von der fast geschlossene Bremse. Brachial stürmte mein Gegenüber auf den Gewässergrund. Der Druck des Wallers war kaum Stand zu halten. Nach 25 Minuten kam der Wels das erste Mal in Sichtweite und ließ das Uferwasser explodieren.

Nach weiteren 5 Minuten Drill auf biegen und brechen sah ich dann seinen riesigen Kopf, der aus dem Wasser ragte.

Nach einer letzten Flucht konnte ich den Fisch erfolgreich mit dem Wallergriff landen.Beim späteren Wiegen zeigt der Räuber ein stattliches Gewicht von 72 Kilo.