Die Wels- Wurfmontage

 

In den letzten Jahren habe ich intensiv den hessischen und Pfälzer Rhein befischt. Der Hauptgrund ist die geringe Entfernung von meinem zu Hause. Nur 30 Minuten Autofahrt an die besten Hotspots Reviere Deutschlands zu fahren, ist ein Traum für jeden versierten Walleranglers.Diese kurze Autofahrt ermöglicht mir zudem auch unter der Woche  nach Feierabend, auf Welsjagt zu gehen. Hierbei schleppe ich nicht all mein gesamtes Angeltackle mit, wie zum Beispiel: Liege, Zelt, Schlafsack, Grill, Boot… Ja richtig es gibt Angelstellen am Rhein diese man auch ohne Boot Erfolgreich befischen kann. Hier kommt meine selbst entwickelte Wurfmontage zum Einsatz. Diese einfache und Simple Art des Walerangeln praktiziere ich bei Bedarf schon seit einigen Jahren. Meinen letzten großen Rheinfisch vom Mai 2016 konnte ich mit dieser Methode fangen. Der Rhein führte am Fangtag so viel Hochwasser das ich meinen Köder nur 3-4 Meter vom Land aus im Strömungsschatten eines versunkenen Busch präsentierte.Man muss also nicht zwingend seine Welsköder weit weg vom Ufer präsentieren um Waller zu fangen. Dies funktioniert  wegen der starken Strömung  und Treibgutes sowieso nicht. Aber auch am Flussrand ist der Strömungsdruck so stark dass normalen Bleigewichte nicht halten, deswegen benutze ich Steine als Gewichte. Diese ich vorher mit einer schnell verrotteten Sisalschnur verschnüre.Solche Steine findet man schließlich in allen Größen am Ufer. Steine von circa 2-3 Kilo sind ideal und trotzen auch dem Sog vorbeifahrender Schiffe. Natürlich kann eine starke Wels Rute von bis zu 500 Gramm Wurfgewicht, diese Steine auf Dauer nicht auswerfen. Daher lasse ich meine Wallerpose samt Köder einfach 10 bis 20 Meter abtreiben, verbinde Stein und Hauptschnur mit einer 0,40mm Monofilen Reißleine und werfe dann den Stein mit aller Kraft in die Fluten, so bleibt die Welspose in der Strömung immer an einem festen Platz. Den toten Köderfisch montiere ich vorher an einen 100 Gramm schweren Fireball Rig, dadurch behält der tote Köderfisch seine reale Form im Wasser und beginnt in der Strömung verführerische Schwimmbewegung zu erzeugen. Ohne diesen Fireball als Bleigewicht würde der Köder durch den Strömungsdruck rotieren und jeden Waller abschrecken.Gute Angelstellen für diese Montagen sind Außenkurven, Altarmspitzen und die vielen Buhnenfelder am Rhein. Diese Buhnen sind die absoluten Hotspots, zudem sind diese auch noch ganz leicht zu befischen. Ich laufe ganz einfach bis zur Buhnenspitze, Stelle meine Welsrute in einen stabilen Rutenständer, verbinde Stein und Hauptschnur mit Hilfe er Reißleine und werfe meine Steingewichte, ohne großen Kraftaufwand ein paar Meter über die Strömungskante.So kann die Welspose nicht in das Kehrwasser schwimmen und die Montage deshalb nicht verwickeln. Dies ist unbedingt zu beachten, die Wurfmontage funktioniert nur richtig in der Strömung. Der tote Köderfisch arbeitet in der Strömung und die Montage bleibt somit immer gestraft ist.Bei einem Anbiss von einem Waller, reißt die Reißleinen am Stein ab und man kann den Fisch frei drillen. Zum Einholen der Montage langt ein kleiner ruck mit der Rute um die Reißleine am Stein zu sprengen. Der Stein bleibt im Wasser, so bekommt man niemals einen Hänger. Für diese Montage kommen geflochtene  Vorfächer zum Einsatz. Das Geflecht ist sehr flexibel, hat schon bei dünnen Durchmessern eine hohe Tragkraft und ist sehr Abriebfest. Außerdem lässt sich der Hakenabstand sehr leicht verändern, indem man die Schnur um den Führungshaken wickelt. Das hat den Vorteil dass ich unterschiedliche Ködergrößen mit demselben Vorfach benutzen kann. Ich verwende Stärken von 0,60 – 1,00mm. Dickere Schnüre sind aus meiner Sicht nicht notwendig, zudem Summen diese in der Strömung und schrecken so den Wels  ab. Einen Fireball mit 100 Gramm Gewicht, Drilling, Wirbel, und eine Welspose mit 250 Gramm Auftrieb.  Auch fertige Fireball Rigs diese man in Angelladen kaufen kann kommen zum Einsatz, hier sollte man aber auf die Qualität vor dem Kauf achten.Die besten Schwimmeigenschaften in der Strömung haben schlanke Köderfische wie zum Beispiel Forellen, Döbeln und Rapfen. Ich verwende aber am liebsten Forellen als Köder. Erstmal weil ich gute Erfahrungen mit diesen gemacht habe, zudem kann ich mir diese leicht in einer Forellenzucht oder im Supermarkt kaufen. Außerdem muss ich nicht Sinnlos  Weißfische aus meinem Gewässer töten. Der Köderfisch wird in der Lippe angeködert und der Drilling wird kurz hinter der Rückenflosse gesetzt. Wichtig sind kleine Gummis mit diesen kann man die Haken besser am Fisch fixieren, so kann sich der Haken nicht von selber lösen.Um keinen Ärger mit den Kontrolleuren zu bekommen, muss man seine Köder mit einem Herzstich versehen. Dies praktiziere ich immer, egal ob ich meinen Köder im Supermarkt, Fischzucht , Tiefkühlkost oder auf dem Wochenmarkt gekauft habe.Meist werden diese dort schonend mit Strom getötet und weißen deshalb keinen Herzstich auf. Es wird ausdrücklich in den Angelpapieren hingewiesen das jeder Fisch Köder einen Herzstich auf zu weisen hat. Deswegen gehe ich mit so einem provisorischen Herzstich jeden möglichen Ärger von Vornherein aus dem Weg..Auch ist zu beachten das mein keine zu frischen Köderfische verwendet, diese durch den Stillstand des Blutkreislaufs erstarren, der Fisch wird steif und biegt sich meist auf eine Seite und tanzt somit nicht verführerisch in der Strömung. Deswegen Töte oder kaufe ich meine Köder einen Tag vor der Angelsaison und halte diese Kühl. Die Totenstarre hält bei einer Forelle je nach Außentemperatur ca. 4-8 Stunden. Danach ist der Fisch schön weich und biegsam.

 

Beste Angelzeit.

 

Der Wels ist ein Nachtaktiver Fisch und jagt seine Beute nachts bis an die Oberfläche, um diese aktiven Waller zu fangen muss man seine Köder auch dort  anbieten.Deshalb stelle ich meine Pose beim Nachtangeln nur 1,50 -2 ,50 Meter tief ein. Die Strömung drückt den Köder zusätzlich noch etwas nach oben. Am Tag sieht man nur mit viel Glück einen Wels an der Oberfläche rauben. Deshalb präsentieren wir unsere Köder, knapp über den Gewässergrund. Gewässer Kenntnisse sind hier von Vorteil. Diese man sich auch einfach durch beobachten der Pegelstände sich aneignen kann.Eine sehr gute Beisszeit ist nochmals in den frühen Morgenstunden, kurz vor und in der Morgendämmerung.

 

Wann ist der Wels am hungrigsten:

 

In der Regel kann man davon ausgehen, dass bei steigenden Wassertemperaturen im Frühjahr (März, April, Mai) auch der Hunger der Welse ansteigt. Hier frisst der Wels über einen längeren Zeitraum am meisten.Danach geht der Wels in die Laichzeit, in diesen Zeitraum (Juni)  kann man nur mit viel Glück einen Wels über 1,20m fangen.In den Sommermonaten (Juli, August, September) frisst der Wels alle zwei bis drei Tagen und vor allem nachts.

 

Wichtige Tipps und  Utensilien:

 

Auf die Schärfe der Haken ist besonders vor dem angeln zu achten, denn nur so kann man seine Bissausbeute steigern.Direkt in Griffweite habe ich immer zwei Handschuhe und eine Zange, damit ich bei einem möglichen Fangerfolg diese sofort zur Hand habe. Als Bissanzeiger verwende ich Aalglocken oder Vibration Bissanzeiger Vorsicht, viele Welsbisse sind so Brachial dass schlecht gesicherten Ruten bei einem Biss ins Wasser gezogen werden. Rod Pots oder Normale Rutenhalter sind nicht geeignet! Deswegen benutze ich stabile Edelstahl Rohre mit Erdspieß die ich mit Hilfe eines Gummihammers fest in den Boden ramme. Die Spulenbremse muss schwer ab zu ziehen sein denn nur so hakt sich der Wels selber.