Der Lago di Superiore in Montua.

 

Der Lago di Superiore ist der größte See von insgesamt drei Mincio-Stauseen im norden Italiens.
Im oberen Teil des Lago di Superiore mündet der Fluss Mincio mit drei Abzweigungen in den etwa 600 Hektar großen See, der unter Naturschutz steht.
Im oberen Abschnitt des Sees befinden sich die besten Hot-Spot-Plätze auf Waller.
Diese Stellen sind nur vom Boot aus zu erreichen.
Riesige Schilfinseln und dutzende kleine Kanäle lassen diese wunderschöne Landschaft wie ein Labyrinth erscheinen.
Diese Bereiche wurde von Markus Eule, Patrick Haas und mir am intensivsten beangelt.
Weil das gesamte Schilfufer ist meist mehrere Metern mit Wasser unterspült, deshalb bietet sie die besten Standorte für Welse.
An diesen Stellen herrscht eine leichte Strömung und die Wassertiefe schwankt zwischen zwei und drei Metern.
Viele der Kanälen, die anfangs nur 2 m Breite aufweisen, münden nach mehreren 100 Metern in kleinere versteckten Seen.
Diese Bereiche sind sehr flach und dienen als Laichgebiete verschiedener Fischarten.
Aus diesen Grunde soll man zur Laichzeit im Frühjahr solche Gebiete nicht befahren.
Ein Hotspot ist die Präsentation des Köders an der Mündung eines Kanals, um die hinein und herauswanderten Welse "abzufangen". Meist ist der Köder keine Stunde im Wasser bis ein Biss eines Bartelträger erfolgt.
Marcus, Patrick und ich erlebten dort wahre Sternstunden.
Inerhalb kürzester Zeit haben wir viele kapitale Welse gefangen.
Marcus Eule war zu dieser Zeit Guide in nahliegendem La Motta Welscamp.
Man kann ihn auch als Fischguide im Lago di Superiore buchen.
Etwa zwei Kilometer Flussabwärts vereinen sich die drei Kanäle und münden in den großen Hauptsee.
Hier befindet sich mit neun Metern die Tiefste Stelle im Lago di Superiore.
Dieser Platz ist besonders reich an Karpfen und Schleien.
Die Landschaft in dieser Gegend ist mit Riesigen Lotusblätternfeldern beschmückt, die im Sommer herrlichen Farb- und Duftspektakel den Touristen und den Anglern bieten.
Deshalb empfehle ich euch an solchen Stellen Angelschnüre komplett abzusenken und keine Oberfläschenmontage zu fischen.
Die Ausflugsboote nehmen keine Rücksicht auf uns Angler und fahren ganz knapp an uns vorbei.
Wer hier Futtermarker setzt, hat sie nach wenigen Minuten in einer Bootsschraube hängen und dies kann zu Ärger führen.
Die Lotusblütenfeldern zählen auch zu den Hot Spot Plätze der italienischen Karpfen-Szene. Dort werden regelmäßig wunderschöne "full sitze Carps" bis über 50 Pfund gefangen. Die Wassertiefen erreichen an diesen Stellen zwischen drei und sieben Metern.
Danach wird der See breiter und flacher, bis er dann etwa drei Kilometer weiter durch eine Schleusenbrücke von den Lago di Mezzo getrennt wird. Der untere und letzte See ist der Lago di Inferiore, aus dem der Mincio nach 40 weiteren Kilometern in den Grande Po mündet.

Boote und Guide mieten:

exklusive hat hier nur das deutschsprachige La Motta Welscamp ( www.wallercamp.de) vier Boote im Hafen des Lago di Superiore liegen.

 

Die grünen Boote sind 5,60 Meter lang, sehr geräumig und bieten jede Menge Platz für drei Angler mit Ausrüstung.
Ausgestaltet sind sie mit einen Neuen sehr sparsamen 5 Ps Viertakt Motor.
Laut Bestimmungen sind Boote mit Motoren bis max. 6 PS. Stärke erlaubt.

Die Anliegestellen befinden sich in einem geschützten Hafen, den man nur mit einer Chipkarte betreten kann.
Diese Chipkarte bekommt man von den Campbetreibern ausgehändigt.
Das Auto wird im umzäumten und bewachten Gelände abgestellt.
Wenn man zum ersten mal an den Lago di Superiore fischt empfehlt sich einen Fischguide aus dem La Motta Welscamp zu buchen.
Er zeigt euch schnell wo sich die Hot-Spot-Stellen am Lago di Superiore befinden.
Zusätzlich bietet das Welcamp noch betreute Floating Trips an.
Buchungen nur über das La Motta Welscamp (www.wallercamp.de).

Fangmethoden auf Wels und Karpfen:

Waller:
Das Bojenfischen ist verboten, deshalb wird am Lago häufig und erfolgreich auf die Merkelmontage zurück gegriffen.
Hierbei muss man etwas mehr die Rute spannen um die zwei Schwimmer unter die Wasseroberfläche zu ziehen.
Somit sind keine Schwimmer zu sehen und die Montage gilt nicht als Bojenfischen!
Das Anbinden mit einer Reißleine an Sträucher oder an Holz ist eine sehr einfache und fängige Montage.
Wenn keine geeignete Bäume oder Sträucher zum anbinden vorhanden sind, rammt man einfach eine Bambustange ins flache Wasser und befestigt an ihr seine Reißleine.
Karpfen:
Zu den besten Karpfenplätze gehören die Lotusblütenfeldern.
Kurz vor diesen Feldern solte man seine Köder ablegen und 300-500 gramm Boilis zusätlich füttern.

 

Besonders begehrt bei den Karpfenfischern sind die wunderschönen "fully-scaled-Carps" (bis über 25kg), die im See relativ häufig vorkommen.

Bestimmungen:
Am Lago di Superiore darf das ganze Jahr über vom Ufer aus gefischt werden.
Schonzeiten der verschieden Fischarten müssen natürlich eingehalten werden.
Die Fischerei vom Boot aus ist ab erster Mai erlaubt.
Das Boot darf aber als Transportboot jederzeit benutzt werden.
Nachts ist absolutes bootsfahr Verbot, was auch das Nachtangeln vom Boot beinhaltet.
Die Spinnfischerei am Lago ist erst ab 1.Juli erlaubt.
Bojenfischen ist in ganz Italien verboten.
Achtung! Besonders strenge Kontrollen finden am Lago di Superiore statt.
Das Echolot darf nur zur Ortung benutzt werden. Beim fischen ist es auszuschalten.
Erlaubt ist 2,5 Kilogramm Fischfutter am Tag mit sich zu führen.

 Zelte sind Verboten, nur Schirmzelte ohne Boden sind gestattet.
Es sind Bootsmotoren mit max. 6 Ps erlaubt.
Seit 2004 ist das Nachtangeln erlaubt.
Zum Fischen benötigt man die italienische Steuerkarte und die Lizenz für die Region Lombardei.
Diese beiden Erlaubnisschein bekommt man im La Motta Welscamp für 46 Euro ausgehändigt.
Diese gilt für drei Monate und berechtigt das fischen mit drei Ruten pro Person.

Fischbestand:
Ein gigantischer Welsbestand, kapitale Karpfen bis 54 Pfund, Graskarpfen (Amur), Forrelbarsche der Lago di Superiore gehört zu den drei besten Bass Gewässern Italiens, Schleien, Karauschen, Brassen (Brachse), Döbel (Aitel), Zander, Aale, Weißfische.
Schonzeiten:
Aale: keine
Barben: 01.05.-30.06.
Barsche: 01.03.-31.05.
Döbel: keine
Forellenbarsche: 01.05.-30.06.
Frauennerflinge: 20.04.-20.05.
Hechte: 01.01.-31.03.
Karpfen: 01.05.-30.06.
Schleien: 01.05.-30.06.
Störe: ganzjährig
Welse: keine
Zander: 01.04.-30.05.

Essen und trinken:
Nur zwei Kilometer von der Bootsanlegestelle Entfernt befindet sich das größte Einkaufszentrum der Region.

Erlebnisbericht:

Als Patrick Haas und ich über den Brenner fuhren, war ich in Gedanken schon an den herrlichen Ufern des Lago di Superiore und hatte das Ziel der kommenden Angeltage schon vor Augen.
Eine Angelstelle weit oben im See, an den engen Kanälen, wo seltener als im Hauptsee gefischt wird und noch kein Fischdruck herrscht werden wir in den kommenden Tagen unser zuhause nennen.
Am Lago angekommen erwartete uns schon Marcus Eule ein sehr guter Freund den ich vor ein paar Jahren in Deutschland auf einer Karpfen & Wallermesse kennen gelernt habe.
Markus arbeitet zur Zeit als Angelführer im La Motta Welscamp und guidet Gäste am Fluss Po, Oglio und im Lago di Superiore bei Mantua.
Wir fuhren mit dem La Motta Mietboot aus den Hafen direkt in Richtung unseres Angelplatzes.
An einer grandiosen Landschaft vorbei die ihres gleiche in Europa sucht kamen wir nach einer Stunde Fahrzeit an unsere Angelstelle an.
Eule berichtete uns das es Letzte Woche einen brutalen Wetterumschwung in Italien gegeben hat und die Wassertemperatur um ca. 5 Grad Celsius in weniger Tagen abgekühlt ist und das sei den Wallern momentan auf den Magen geschlagen.
Er sagte, dass schon Morgen deutlich Wärmer werden soll und dies würde die Räuber erfahrungsgemäß wieder in Beißlaune bringen.Die Dämmerung nahte also schlugen wir unsere Lager auf und fischten ein wenig auf Köderfische. Wir beschlossen in Ruhe den Abend mit einem Gläschen italienischen Chianti ausklingen zu lassen.
Wir sprachen von früheren Touren, Messereignisse und die Neuigkeiten der Rhino Black Cat Range im nächsten Jahr.
Gegen 6 Uhr am nächsten Morgen war aber Aktion angesagt um die Tageszeit nutzen zu können. Die Black Cat Ruten wurden mit Merkel Montagen, Stockmontage (Bambustange) und Sträuchermontage mit Brassen und Aalen bestückt und entlang des unterspülten Schilfufer abgelegt.
Bereits in den ersten Angelstunden ging der Tanz los. 3 Waller bis 191cm konnten unsere Köder nicht widerstehen.
Am folgenden Tag brannte die Sonne brachial auf uns hinunter. Man konnte auf dem Echolot fast mitverfolgen, wie das Oberflächenwasser an Temperatur gewann. Mittags dann plötzlich ein Hammer Biss auf einen 200m weit entfernten Köder. Eule setzte den Anhieb der Fisch ließ brachiale Schläge auf das Material und den Fänger im Drill wirken. Nach 15 Minuten war er dann in Ufernähe. Ich erkannte sofort was da Sache war. Ein riesiger Schädel kam in greifbare Nähe.
Knall ein kräftiger Schwanzschlag und der Waller verabschiedete sich in den Tiefen des Sees.
Was war passiert es ging so schnell?
Wir schauten uns verdutzt an und wir kontrollierten sofort das Vorfach mit den zwei Einzelhaken aber es war unverzehrt!
Der Waller ist ausgeschlitzt!
"So ist das Anglers Leben" sprach ich "Der Fisch soll ja auch mal gewinnen".
Wir schätzten den verloren Fisch auf min 230cm.
Eule hatte ja bereits in dieser Gegend viele Waller über zwei Meter fangen können. Sein größte war 228cm lang.
Nach weiteren zwei Stunden als die Sonne langsam in ihrer Brennkraft nachließ, kam der zweite Biss. Auch diesmal erkannte ich sofort, dass es sich um einen Großen handeln muss.
Nur schwer stand der Fisch in der Tiefe und machte Druck. Die Bremse der Big Pit gab langsam Schnur frei und die Black Cat Buster war zum Halbkreis gebogen. Nach weiteren 5 Minuten konnte ich den nächsten Italiener greifen. 112 Pfund brachte diese außergewöhnliche dicker Fisch auf die Waage.
In den letzten zwei verbleibenden Tagen fingen wir in diesem herrlichen See noch 7 Waller zwischen 1,45m und 1,89m.
Ich möchte unbedingt darauf hinweisen, das der See unter Naturschutz steht und man seinen Angelplatz und die Umgebung sauber hält und sich an die strengen Bestimmungen die ich Separat für Euch aufgeschrieben habe halten muss.
Auch wir kamen in den Genuss einer Kontrolle aber die Beamten wahren sehr freundlich und fuhren nach wenigen Minuten mit ihren Boot weiter.