Die besten drei Dead Bait Montagen für Rheinwaller

 

Vorwort:

Im Europäischen Ausland ist das Wallerangeln viel einfacher wie bei uns in der Heimat. Den dort gelten nicht so strenge Fischerei-Gesetze wie in Deutschland. Der lebendige Köderfisch ist Erlaubt oder geduldet, ich darf Nachtangeln, mit mehr Ruten fischen...

Aber ich kann ja nicht jedes Wochenende ins Ausland zum Welsangeln fahren. Zudem befindet sich direkt vor meiner Haustür der größte deutsche Fluss, der Rhein. Diesen ich am Wochentag und Wochenende in jeder freien Minute befische. Gerade wegen dieser schwierigen Bedingungen zählt für mich auch ein Deutscher Wels viel mehr als einen im Ausland gefangener Wels.

Der Rhein ist aber aufgrund seiner Strömungsgeschwindigkeit und der vielen Schifffahrt sehr schwierig zu befischen. Deswegen angelte ich früher mit mäßigem Erfolg die vielen Altarme ab, diese im Frühjahr und bei Hochwasser teils auch funktionierten und den ein und anderen Fisch brachten.

Danach zog es mich erstmal ins Europäische Ausland,  in der Heimat widmete ich mich den leichter zu befischten Neckar.

Auf diesen unzähligen Auslandtouren und am Neckar habe ich meine Erfahrungen gesammelt und viel über das Verhalten der Welse dazu gelernt. So dass es mir im Nachhinein klar war das ich früher am Rhein an den Fischen vorbei geangelt habe, weil ich mir auch sicher war das die Rhein Welse im Hauptstrom leben.

Jetzt musste ich nur noch eine geeignete Rheinmontage finden. Die normalen Unterwasser-Posenmontage mit totem Köderfisch funktionierten nicht, weil bei starkem Strömungsdruck der Köder anfängt zu flattern und zu rotieren. Würmer oder Calamari sind zwar auch gute Köder, fangen aber meist kleinere Exemplare. Die Giganten im Fluss sind aber Jäger und keine Sammler, diese fängt man nur mit Fisch!

Dann kamen mir die Ideen der Dead Bait Montagen, ziel war die natürliche Präsentation des toten Köderfisches unter Wasser. Die Montagen schlucken ein wie eine Bombe und ich konnte in den letzten drei Jahren am Rhein über 150 Welse bis 253cm und 103 Kilo damit fangen. Mein bislang bester Fangrekord war 7 Welse an einen Tag, davon drei über 2,20m.

Im Folgenden möchte ich euch noch detailliert die Montagen erklären diese ich in den letzten Jahren am Rhein eingesetzt habe. Jedes System hat seine klaren Vorteile aufgezeigt zu bestimmten Jahreszeiten und der sich hieraus ergebenden Angelsituation. Ein universell einsetzbares Rig gibt es einfach nicht.

 

DEAD FLOAT SYSTEM

Dieses System ermöglicht eine sehr natürliche Präsentation des Köderfisches unter Wasser.

Das Herzstück der gesamten Montage ist die namensgebende Dead Float, ein spezieller Auftriebskörper der mit zwei robusten und flexiblen Drahtklammern dem Köderfisch schnell und einfach auf den Rücken fixiert wird. Eine Einkerbung in der Pose unterstützt die perfekte Passgenauigkeit am Fischkörper. Im inneren dieses Auftriebskörpers läuft unsere Vorfachschnur aus Geflecht oder Monomaterial. Die Float wird auf der Montage mittig angebracht zwischen dem Drilling oder Zwillingshaken, der Sitz hinter der Rückenflosse findet, und dem im Fischmaul angebrachten Führungseinzelhaken. Der restliche Aufbau des Vorfaches ist identisch einer üblichen U-Posen Montage und wird auch genauso eingesetzt. Es ist aber zu empfehlen anstelle einer auf dem Vorfach vorgeschalteten gewöhnlichen U-Pose, eine Propeller U-Pose zu verwenden. Die Propeller U-Pose zeigte in den vergangenen Jahren bessere Fangaussichten erstmalig unter Verwendung von Tauwurm oder Calamaribündeln. Unter Wasser dreht sich die Pose mit ihren robusten Flügeln schnell um die eigene Achse und erzeugt ähnlich wie ein Spinnerbait, zusätzliche Aufmerksamkeit auf unseren Köder durch die erzeugten Wasserverwirbelungen die vorallem sattgefressene Welse zu einem Anbiss reizen.

Der Dead Float gibt es in drei verschiedene Größen und muss daher der Köderfischgröße angepasst werden. Man hat also schlechtere Fangerfolge wenn man zum Beispiel einen großen Auftriebskörper an einen kleinen Köderfisch befestigt, dies ist unbedingt zu beachten. Denn die Größeren Waller sind wegen dem steigenden Fischdruck misstrauischer geworden und fressen deshalb nicht einen schlecht präparierten Köder.

Wir konnten die besten Erfolge mit diesem System, nach den durch ein Hochwasser ausgelösten großen Fressorgien der Welse bei schnell fallenden Wasserständen, am Übergang zwischen dem Hauptstrom und den überfluteten Gebieten machen. Das Dead Float System ist genau dann für den Fang von inaktiven und verdauenden Welsen durch seine provozierend Auffälligkeit im noch angetrübten Wasser am erfolgreichsten einsetzbar.

Zwischenzeitlich ist dieses System für jeden interessierten Welsangler käuflich beim Angelgerätehändler zu erwerben und sofort einsetzbar.

Dr.Death System

Im Gegensatz zum Dead Float System wird bei dieser Montage der Haupt-Auftriebskörper (40gr. Auftrieb) im Inneren des Köderfisches versteckt. Dazu schneiden wir mit einer Schere unseren Köder vom Waidloch zum Kopf einige Zentimeter auf, entfernen die Innereien und setzen den Auftriebskörper ein. Anschließend nähen wir mit einer Ködernadel und dünner Geflechtschnur den Fischsuppe wieder zu. Das ist wichtig damit der Köderfisch seine Stromlinienform behält und durch den Strömingsdruck nicht zu flattern beginnt. Dieses makaber erscheinende Vorgehen brachte mich auf den Namen "Dr.Death".

Die Montage ist wie folgt aufgebaut. Der untere Teil besteht aus einer der Köderfischlänge angepassten starken Geflechtschnur an deren unteren Enden ein Drilling oder Zwillingshaken angebunden ist. Dieser Haken wird hinter dem After des Köders angebracht. Danach folgt der

Auftriebskörper der im Fischkörper eingenäht wird. Hinter dem Einselhaken läuft unser 15-20gr. schweres „Stabilisierungsblei“, ohne dieses würde unser Köder nicht gerade in der Strömung stehen und anfangen zu rotieren.

Der Hauptteil der Montage besteht aus einem 1,0mm - 1,2mm starken und ca. 1,8 Meter geflochtenen Vorfaches, auf dieses eine Propeller U-Pose gefädelt wird. Der Abstand zwischen dieser Pose und den Führungshaken beträgt 20cm.

Zuletzt sichern wir mit einen Stück Gummi den Einzelhaken im Köderfischmaul und einsatzbereit ist das System.

Ich habe in meiner Tacklebox mehrere vorgebundene Systeme in unterschiedlicher Länge und mit unterschiedlichen Auftriebskörpern. Das ermöglicht mir sofortiges Handeln am Wasser und den angetroffenen Angelbedingungen.

Bei der Entwicklung dieses Systems dienten mir Erfahrungen aus jahrelang eingesetzten Vertikal und U-Posen Montagen, der eingenähten Auftriebskörper ist unauffällig und das vorgeschaltete Blei stabilisiert den Köderlauf auch in fast stehendem Wasser. Das Bleigewicht lässt den Köderfisch immer waagerecht im Wasser stehen.

Diese Montage habe ich für misstrauische Waller konstruiert und wird dann eingesetzt wenn schwere Bedingungen am Wasser herrschen, wie Niedrigwasser und klarem Wasser in den Sommermonaten.

Wallerkette

Die Wallerkette ist genau genommen keine Montage, sondern ein Hilfsmittel mit der gewöhnliche U-Posen- Anbindemontagen unter Einsatz eines toten Köderfisches fängig präsentiert werden. Sie ist dafür zuständig das unsere Köder immer natürlich wirken indem sie waagerecht im Wasser stehen. Sie ist die beste Wahl an Ein- und Auslauf des Altarms, zwischen den Rheinbuhnen, also überall wo kaum oder kein Strömungsdruck herrscht.

Die Wallerkette wird mit mehreren, zwei Gramm Auftriebskörpern aus dem Raubfischbereich gebaut. Die Anzahl der Auftriebskörper sollte der Köderfischgröße angepasst sein. Diese Auftriebskörper fädeln wir auf ein Stück Geflechtvorfachschnur. Wir verwenden sehr gerne rote Auftriebskörper, da diese Farbe unter Wasser durch den Lichtbrechungsindex nahezu unsichtbar erscheint. Manchmal ist es aber sinnvoll auch gelbe, fluoreszierende Auftriebskörper als Schockfarbe zu verwenden. Verdauende oder revierverteidigende Welse verleitet das häufig zu einem Anbiss.

Am unteren Ende knoten wir einen leichten aber trotzdem sehr stabilen Rigging Hook der Größe 1/0 an. Dieser Haken hat den Zweck die Wallerkette auf dem Köderfisch zu fixieren. Das würde natürlich auch mit Drahtwicklungen, ähnlich eines Drachkovitsch System funktionieren. Der Pluspunkt bei Verwendung eines Rigging Hooks ist aber das die Kette zusätzlich wie ein Stinger funktioniert.

Die Wallerkette ist schnell und sehr universell einsetzbar, bei schwacher Strömung mit Propeller U-pose, bei klarem Wasser, während der Laichzeit als Reizköder und vor allem ist sie die einzige Möglichkeit einer Anbindemontage in den überfluteten Gebieten bei Hochwasser (ohne vorgeschalteter (Propeller U-pose ), Natürlichkeit einzuhauchen. Durch die geringen Abmessungen der Auftriebskörper ist sie auch kein zusätzlicher Treibgutfänger.

Köder

Ich verwende überwiegend schlanke Köderfische als Köder, weil diese einfach besser in der Strömung stehen. Hochrückige Weißfische wie zum Beispiel Brassen würden bei starker Strömung anfangen zu flattern oder sogar rotieren. Dies ist unbedingt zu vermeiden.

Forellen sind sehr gute Köder, diese werden von den Welsen gerne verschlungen, zudem sind diese einfach und Günstig im Supermarkt oder in der Forellenzucht zu besorgen.

Unbedingt ist zu beachten das mein keine zu frischen Köderfische verwendet!

Diese durch den Stillstand des Blutkreislaufs erstarren, der Fisch wird steif und biegt sich meist auf einer Seite und tanzt somit nicht verführerisch in der Strömung. Deswegen Töte ich meine Köder einen Tag vor der Angelsaison und halte diese Kühl. Die Totenstarre hält bei einen 400gr Fisch je nach Außentemperatur ca. 4-8 Stunden. Danach ist der Fisch schön weich und biegsam und immer noch Frisch. Aufgetauchte Köderfische funktionieren auch, nur habe ich bemerkt dass die Welse immer einem frischen Köder den tiefgefrorenen vorziehen.

In der Regel kann man davon ausgehen, Je Größer der Köder desto Größer der Fisch, das bedeutet kleinere Welse sind meist Sammler und größere Welse sind Jäger.

Steingewichte:

Wegen der schnellen Fließgeschwindigkeit des Rheins halten normale Bleigewichte die Montage nicht am Gewässergrund, deswegen benutze ich Steine als Gewichte.

Ich befestige an meinen Vorfach-Wirbel eine 0,40mm Monofile Reißleine und verbinde diese mit einen Steingewicht diesen ich vorher mit einer Sisal Schnur verschnürt habe.

Solche Steine findet man schließlich überall am Ufer. Steine von circa 3-4 Kilo sind ideal und trotzen auch dem Sog vorbeifahrender Schiffe.

Wichtig ist natürlich ein Schlauchboot und ein Echolot. Man nimmt die komplette beköderte Montage und Rute mit ins Boot und fährt an den Platz, wo man später seine Köder auslegen möchte. Mit dem Echolot findet man alle Hot Spots recht schnell. Ich versuche meinen Köder immer oberhalb der Kante abzulegen, so dass der Köder später verführerisch vor der Kante in der Strömung spielt. Hat man solch einen Punkt gefunden, halte ich das das Boot in der Strömung und lasse den Köder ins Wasser. Wenn das beköderte Vorfach komplett im Wasser gestreckt ist, wird die Rollenbremse geöffnet und der Stein über Bord gehoben und schließlich die gesamte Montage zum Grund absinken gelassen. Beim zurück fahren an das Ufer, wird die ablaufende Schnur mit den Fingern gebremst. Am Ufer sollte die Rute möglichst steil aufgestellt werden und die Schnur hin zum Stein auf Spannung gebracht werden, so dass sich die Rutenspitze leicht verneigt. Diese Spannung ist wichtig zur Bissübertragung, Vermeidung von Schnurbögen im Wasser und Kontrolle des Köderspiels. Jeden Anbiss sollte man mit einem beherzten Anschlag quittieren, so sorgt man für einen guten Hakensitz im Wallermaul und bringt die Reißleine zwischen Stein und Montage zum Bruch, falls dies der Wels bei der Flucht nicht von selbst getan hat.