Die Wels- Wurfmontage

In den letzten Jahren habe ich intensiv den hessischen und Pfälzer Rhein befischt. Der Hauptgrund ist die geringe Entfernung von meinem zu Hause. Nur 30 Minuten Autofahrt an die besten Hotspots Reviere Deutschlands zu fahren, ist ein Traum für jeden versierten Walleranglers.Diese kurze Autofahrt ermöglicht mir zudem auch unter der Woche  nach Feierabend, auf Welsjagt zu gehen. Hierbei schleppe ich nicht all mein gesamtes Angeltackle mit, wie zum Beispiel: Liege, Zelt, Schlafsack, Grill, Boot… Ja richtig es gibt Angelstellen am Rhein diese man auch ohne Boot Erfolgreich befischen kann. Hier kommt meine selbst entwickelte Wurfmontage zum Einsatz. Diese einfache und Simple Art des Walerangeln praktiziere ich bei Bedarf schon seit einigen Jahren. Meinen letzten großen Rheinfisch vom Mai 2016 konnte ich mit dieser Methode fangen. Der Rhein führte am Fangtag so viel Hochwasser das ich meinen Köder nur 3-4 Meter vom Land aus im Strömungsschatten eines versunkenen Busch präsentierte.Man muss also nicht zwingend seine Welsköder weit weg vom Ufer präsentieren um Waller zu fangen. Dies funktioniert  wegen der starken Strömung  und Treibgutes sowieso nicht. Aber auch am Flussrand ist der Strömungsdruck so stark dass normalen Bleigewichte nicht halten, deswegen benutze ich Steine als Gewichte. Diese ich vorher mit einer schnell verrotteten Sisalschnur verschnüre.Solche Steine findet man schließlich in allen Größen am Ufer. Steine von circa 2-3 Kilo sind ideal und trotzen auch dem Sog vorbeifahrender Schiffe. Natürlich kann eine starke Wels Rute von bis zu 500 Gramm Wurfgewicht, diese Steine auf Dauer nicht auswerfen. Daher lasse ich meine Wallerpose samt Köder einfach 10 bis 20 Meter abtreiben, verbinde Stein und Hauptschnur mit einer 0,40mm Monofilen Reißleine und werfe dann den Stein mit aller Kraft in die Fluten, so bleibt die Welspose in der Strömung immer an einem festen Platz. Den toten Köderfisch montiere ich vorher an einen 100 Gramm schweren Fireball Rig, dadurch behält der tote Köderfisch seine reale Form im Wasser und beginnt in der Strömung verführerische Schwimmbewegung zu erzeugen. Ohne diesen Fireball als Bleigewicht würde der Köder durch den Strömungsdruck rotieren und jeden Waller abschrecken.Gute Angelstellen für diese Montagen sind Außenkurven, Altarmspitzen und die vielen Buhnenfelder am Rhein. Diese Buhnen sind die absoluten Hotspots, zudem sind diese auch noch ganz leicht zu befischen. Ich laufe ganz einfach bis zur Buhnenspitze, Stelle meine Welsrute in einen stabilen Rutenständer, verbinde Stein und Hauptschnur mit Hilfe er Reißleine und werfe meine Steingewichte, ohne großen Kraftaufwand ein paar Meter über die Strömungskante.So kann die Welspose nicht in das Kehrwasser schwimmen und die Montage deshalb nicht verwickeln. Dies ist unbedingt zu beachten, die Wurfmontage funktioniert nur richtig in der Strömung. Der tote Köderfisch arbeitet in der Strömung und die Montage bleibt somit immer gestraft ist.Bei einem Anbiss von einem Waller, reißt die Reißleinen am Stein ab und man kann den Fisch frei drillen. Zum Einholen der Montage langt ein kleiner ruck mit der Rute um die Reißleine am Stein zu sprengen. Der Stein bleibt im Wasser, so bekommt man niemals einen Hänger. Für diese Montage kommen geflochtene  Vorfächer zum Einsatz. Das Geflecht ist sehr flexibel, hat schon bei dünnen Durchmessern eine hohe Tragkraft und ist sehr Abriebfest. Außerdem lässt sich der Hakenabstand sehr leicht verändern, indem man die Schnur um den Führungshaken wickelt. Das hat den Vorteil dass ich unterschiedliche Ködergrößen mit demselben Vorfach benutzen kann. Ich verwende Stärken von 0,60 – 1,00mm. Dickere Schnüre sind aus meiner Sicht nicht notwendig, zudem Summen diese in der Strömung und schrecken so den Wels  ab. Einen Fireball mit 100 Gramm Gewicht, Drilling, Wirbel, und eine Welspose mit 250 Gramm Auftrieb.  Auch fertige Fireball Rigs diese man in Angelladen kaufen kann kommen zum Einsatz, hier sollte man aber auf die Qualität vor dem Kauf achten.Die besten Schwimmeigenschaften in der Strömung haben schlanke Köderfische wie zum Beispiel Forellen, Döbeln und Rapfen. Ich verwende aber am liebsten Forellen als Köder. Erstmal weil ich gute Erfahrungen mit diesen gemacht habe, zudem kann ich mir diese leicht in einer Forellenzucht oder im Supermarkt kaufen. Außerdem muss ich nicht Sinnlos  Weißfische aus meinem Gewässer töten. Der Köderfisch wird in der Lippe angeködert und der Drilling wird kurz hinter der Rückenflosse gesetzt. Wichtig sind kleine Gummis mit diesen kann man die Haken besser am Fisch fixieren, so kann sich der Haken nicht von selber lösen.Um keinen Ärger mit den Kontrolleuren zu bekommen, muss man seine Köder mit einem Herzstich versehen. Dies praktiziere ich immer, egal ob ich meinen Köder im Supermarkt, Fischzucht , Tiefkühlkost oder auf dem Wochenmarkt gekauft habe.Meist werden diese dort schonend mit Strom getötet und weißen deshalb keinen Herzstich auf. Es wird ausdrücklich in den Angelpapieren hingewiesen das jeder Fisch Köder einen Herzstich auf zu weisen hat. Deswegen gehe ich mit so einem provisorischen Herzstich jeden möglichen Ärger von Vornherein aus dem Weg..Auch ist zu beachten das mein keine zu frischen Köderfische verwendet, diese durch den Stillstand des Blutkreislaufs erstarren, der Fisch wird steif und biegt sich meist auf eine Seite und tanzt somit nicht verführerisch in der Strömung. Deswegen Töte oder kaufe ich meine Köder einen Tag vor der Angelsaison und halte diese Kühl. Die Totenstarre hält bei einer Forelle je nach Außentemperatur ca. 4-8 Stunden. Danach ist der Fisch schön weich und biegsam.

 

Beste Angelzeit.

 

Der Wels ist ein Nachtaktiver Fisch und jagt seine Beute nachts bis an die Oberfläche, um diese aktiven Waller zu fangen muss man seine Köder auch dort  anbieten.Deshalb stelle ich meine Pose beim Nachtangeln nur 1,50 -2 ,50 Meter tief ein. Die Strömung drückt den Köder zusätzlich noch etwas nach oben. Am Tag sieht man nur mit viel Glück einen Wels an der Oberfläche rauben. Deshalb präsentieren wir unsere Köder, knapp über den Gewässergrund. Gewässer Kenntnisse sind hier von Vorteil. Diese man sich auch einfach durch beobachten der Pegelstände sich aneignen kann.Eine sehr gute Beisszeit ist nochmals in den frühen Morgenstunden, kurz vor und in der Morgendämmerung.

 

Wann ist der Wels am hungrigsten:

 

In der Regel kann man davon ausgehen, dass bei steigenden Wassertemperaturen im Frühjahr (März, April, Mai) auch der Hunger der Welse ansteigt. Hier frisst der Wels über einen längeren Zeitraum am meisten.Danach geht der Wels in die Laichzeit, in diesen Zeitraum (Juni)  kann man nur mit viel Glück einen Wels über 1,20m fangen.In den Sommermonaten (Juli, August, September) frisst der Wels alle zwei bis drei Tagen und vor allem nachts.

 

Wichtige Tipps und  Utensilien:

 

Auf die Schärfe der Haken ist besonders vor dem angeln zu achten, denn nur so kann man seine Bissausbeute steigern.Direkt in Griffweite habe ich immer zwei Handschuhe und eine Zange, damit ich bei einem möglichen Fangerfolg diese sofort zur Hand habe. Als Bissanzeiger verwende ich Aalglocken oder Vibration Bissanzeiger Vorsicht, viele Welsbisse sind so Brachial dass schlecht gesicherten Ruten bei einem Biss ins Wasser gezogen werden. Rod Pots oder Normale Rutenhalter sind nicht geeignet! Deswegen benutze ich stabile Edelstahl Rohre mit Erdspieß die ich mit Hilfe eines Gummihammers fest in den Boden ramme. Die Spulenbremse muss schwer ab zu ziehen sein denn nur so hakt sich der Wels selber.

 


Paris - City of WILD CAT´z

Die Seine ist mit knapp 780 Kilometer Länge einer der größten Flüsse Frankreichs. Sie entspringt im Burgund nahe Dijon und mündet in der Normandie bei Le Harve in den Ärmelkanal. Sie gilt als einer der wichtigsten Industrieflüsse des Landes und auch ihr Fischreichtum ist gewaltig.Umso verwunderlicher ist es das sie unter den Anglern, gerade den deutschen Welsanglern, ein Schattendasein fristet in Bezug auf die bekannten Flüsse Rhone, Saone, Moselle, Loire oder Doubs. Dies ist der Grund warum wir für die WILD CAT´z DVD Produktion die Seine mit in das Filmkonzept aufnahmen. Wir wollen in diesem visuellen Abenteuerfilm dem Zuschauer so gut wie unbekannte Schauplätze präsentieren. Während die drei weiteren Drehorte sich in abgelegenen Gebieten von Frankreich, Spanien und Italien abspielt und dort jeweils das Welsangeln in seiner pursten Form wiederspiegelt sollte mit der Seine ein Kontrast geschaffen wie er nicht gegensätzlicher sein könnte. Bei dieser Tour sollte der Focus auf den aktiven Angelmethoden liegen und so gingen unsere Dreharbeiten von gnadenlosem Outback direkt in die mehrere Millionen Einwohner große Stadt Paris.

 

Paris ist die Hauptstadt Frankreichs, sie ist eine sogenannte Weltstadt und eine Metropole unserer westlichen Welt. Sie ist das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum Frankreichs und mit drei Flughäfen, sechs Kopfbahnhöfen und dem wichtigsten Binnenhafen dessen größter Verkehrsknotenpunkt. Die Promenade der Seine in Paris mit ihren unzähligen Brücken und kulturellen Gebäuden steht in der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Für unser Vorhaben der perfekte Ort. Die graue urbane, lebhaft laute und gleichzeitig wunderschöne Kulisse gepaart mit imposantem Großstadt und Streetfishingflair können wir den Käufern unseres Filmprojektes einfach nicht vorenthalten .Im Gegensatz zum restlichen Flusslauf der Seine fließt sie durch Paris kanalisiert, trotzdem zeigt sie sich facettenreich. Die vielen Inseln mit ihren Parks, die zahlreichen Stadtbrücken in gotischer Bauweise, Hausboote bewohnt von der kunstschaffenden und alternativen Bevölkerung, Verladehäfen, Industriegelände und etliche weltbekannte Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen spiegeln das Bild an den Seineufern. Auf dem Wasser ist vor allem tagsüber das pulsierende Leben einer Großstadt zu spüren. Von allen möglichen Wassersportarten wie Rudern oder Segeln über die häufig verkehrenden Frachtschiffe bis hin zu den bis auf den letzten Platz gefüllten Ausflugsdampfern oder schwimmenden Restaurants wird die Seine genutzt wie kein weiteres uns befischtes Gewässer. Selbst Polizei und Notarzt fahren mit ihren Speedbooten über diese Wasserstrasse zu ihrem nächsten Einsatzort. Es ist alles überdimensional groß doch irgendwie fühlt es sich zeitgleich auch bedrückend eng an. Zur Ruhe kommen ist nicht möglich, ständig gibt es was Interessantes zu entdecken oder zu sehen. Die Struktur unter Wasser ist ebenso vielfältig, sehr tiefe Löcher hinter den Brückenpfeilern gehen in einen monotonen, typisch kanalartigen ebenen Grund über um dann im nächsten Moment sich abzuzweigen in einen ruhigen Nebenarm der sich durch eine mit Dreikant und Erbsenmuscheln besetzte, stark abfallende Kante wieder mit dem Hauptarm verbindet. Die geschätzte durchschnittliche Wassertiefe der Seine in Paris beträgt etwa fünf Meter, allgemein aber gehört sie in diesem Bereich schon eher zu den uns bekannten tieferen Schifffahrtstrassen. Die Strömungsgeschwindigkeit  ist eher gemächlich, für die aktiven Angelmethoden somit ideal.

 

Vertikalangeln mit Kunstködern oder mit dem Fireball bestückte tote Karauschen und eine etwa zwanzig Meter vor oder hinter dem Boot treibende , sehr einfache Posenmontage sind gerade an den offensichtlichen Spots hinter den Brückenpfeilersockeln ein Garant für Erfolg. Es ist dabei lediglich zu beachten die Drift genau zu fahren und den Köder vor dem Schatten des Bootes zu präsentieren und vorsichtige Anfasser der Welse sofort mit einem beherztem Anschlag mit der Rute zu parieren. Schon befindet man sich in einem nervenaufreibendem Drillerlebnis. Die Schnur wird nur so von der Rolle gerissen, die Bremsen kreischen laut auf und die feinen Rutenspitzen tauchen in die Wasseroberfläche ein. Das Gefühl zum Fisch ist sehr direkt, jede Flucht, jeder Kopfstoß und jeder Schwanzschlag spürt man in seinen Gliedern.

 

Der Welsbestand der Seine ist überaus dicht, wir erlebten oft zeitgleich Fischkontakt und machten es unserem Kameramann Max Seitner nicht leicht mit der Entscheidung was nun Priorität hat zu filmen. Für uns Angler war das aber natürlich ein enormer Spaß, gerade wenn uns die unter den Brücken hausenden Obdachlosen anfeuerten. Ein surreales Bild von Paris, auf der einen Seite modernste Gebäude mit Leuchtreklame von Weltmarken, auf der anderen Seite die etwas ungläubig schauenden Clochard die sich kleine Wohndörfer aus Paletten, Pappkarton und Treibgut gebaut haben und eben ihren Grillabend an der Wasserkante abhielten. Inmitten fröhnten wir unserer Passion und drillten einen Fisch nach dem anderen zwischen Mc Donalds Bechern und Plastiktüten. So ist einfach das Leben in einer großen Stadt. Auch die Welse haben sich auf dieses Szenario eingestellt, sie haben sich stark auf das Sammeln ihrer Nahrung eingestellt und davon gibt es in der Seine mehr als reichlich. Begründen können wir das mit der Tatsache das wir deutlich weniger Welse fangen konnten auf die eben erwähnten Aktivangelmethoden, auch wenn hierbei meist die größeren Exemplare bissen und aus vergangenen Touren zum Karpfenangeln im Pariser Stadtzentrum bei denen ich unglaublich viele Welse auf meine Boilies fangen konnte.

 

Das  Non plus ultra an der Seine ist aber das sogenannte Klopfangeln, das fischen mit dem Wallerholz und Tauwurmbündel. An dieser Stelle noch ein herzlichen Dank an Martin von www.superwurm.de für die Unterstützung. Auch hier verwendeten wir einfache Montagen, ein mit Gummi überzogenes Klopfblei das mit einem Knotenlosverbinder mit der Hauptschnur befestigt wird an dem auf der unteren Öse dieses speziellen Bleies ein etwa meterlanges dünnes Geflechtvorfach, mit zwei im Abstand von zehn Zentimeter montierten Einzelhaken (Rigging Hooks), geknotet ist. Die Würmer werden mit Stoppern gesichert damit sie sich nicht vom Haken winden können oder zumindest etwas besser die häufigen Attacken der kleineren Welse überstehen. Alle Ruten fischten wir in unterschiedlichen Wassertiefen um möglichst alle Bereiche abzudecken, machte sich ein Wels auf dem Echolot bemerkbar, passten wir sofort die Tiefe an um in sein Blickfeld zu gelangen. Hierbei sind gerade robuste Freilaufrollen oder Baitcaster sehr gut geeignet und ermöglichen sehr genaue Köderpräsentationen. Quasi auf Knopfdruck ist man auf der erwünschten Wassertiefe. Bei Fischkontakt wird zuerst mit der Schnur in der Hand oder über die Rute in Richtung Wels nachgegeben um dann schnell Gegendruck zu erzeugen und den Haken in das Fischmaul zu treiben. Das Anlocken mit dem Wallerholz (Clonk) bedarf nicht zwingend einem Rhythmus oder einen genauen Ablauf. Wir konnten feststellen das ein häufigeres und aggressiveres Schlagen, im Gegensatz zu den meisten anderen Flüssen, an der Seine die Welse mehr beindruckt. Bei Klopfperioden im Minutenbereich folgten sehr viele Fische unserem treibenden Boot und meist kam der Biss im Moment als eine Klopfpause eingelegt wurde. Das hat sicherlich viel mit Futterneid und dem nicht vorhandenen Angeldruck zu tun.

 

Im Gegensatz zum Fischen mit Vertikalsystemen oder Kunstködern ist es beim Klopfangeln nicht so entscheidend welchen Bereich man befischt, auf freier Strecke ohne besondere Struktur funktioniert es fast genauso gut wie an den markanteren Stellen. Nahe der verankerten Hausboote explodierte teilweise das Bild auf dem Echolot mit Sicheln von steigenden oder dem Boot folgenden Welsen und stellte sich als erfolgreichstes Gebiet heraus. Dort finden sie reichlich Deckung oder suchen das gedecktere Licht am Tag auf.

 

Diese spannende Angelart wurde nur durch die vielen Anbisse unterbrochen. Störungen die uns sehr willkommen waren und auch diesen Teil der WILD CAT´z DVD zu etwas einzigartigem machen.Großstadtangeln unter dem Eiffelturm auf wilde Welse begeistert einfach und zieht einen für immer in seinen Bann.

 

Patrick Haas

 


Das Pellet und Boilie angeln auf Wels

Das Pellet und Boilie angeln auf Wels in unseren heimischen Gewässern stellte sich in den letzten beiden Jahrzehnten immer als sehr schwierig heraus und brachten nur wenige Fangerfolge hervor.
Jedoch im Spanien am Rio Ebro sind diese Waller-Pellets und Boilies zur selben Zeit der absolut einfachste und beste Köder auf Wels geworden, natürlich in Spanien gibt es einen viel viel größeren Welsbestand als bei uns.
Aber auch in Deutschland  ist der Wallerbesttand in den letzten Jahren enorm in die Höhe geschossen. In nahezu allen Flüssen und See ist der Räuber heute anzutreffen. Welse über 150 Meter sind keine Seltenheit mehr und Waller über 2,00 Meter sind jederzeit möglich.
Durch viele Angelstunden konnte ich viel über die deutschen Waller lernen. Im Laufe der letzten Jahre konnte ich durch harten Einsatz viele Welse in heimischen Gewässern entlocken. Auch das angeln mit Wallerboilies
ist wenn man sich an ein paar Regeln hält heutzutage von Erfolg gekrönt. Denn wer Fisch fangen möchte muss erfinderisch sein und nach dieser Devise angle ich.

 

Die Monsterboilies
Die großen Boilies haben mehrere Vorteile, erst mal sind diese wegen ihrer Größe besser und schneller für die Welse auf zu spüren. Außerdem ist der Wels auch meist faul-er frisst lieber eine großen Köder als mehrere kleine mühselig auf zu sammeln.
Sie halten länger am Haken. Denn Pellet halten in der Regel nur 2-3 Stunden am Haar.  Sie geben ständig über mehrere Stunden Partikel und Gerüche ab.
Man findet im Angelladen diese Wallerboilies in den Größen bis 50mm Durchmesser. Aber so ein Eimer ist sehr Teurer und wenn  man mit diesen gekauften Boilies noch zusätzlich bei oder vorfüttern muss, geht das stark in den Geldbeutel. Auch deshalb mache ich mir die Bällchen mittlerweile selber, in verschiedenen Variationen. Zudem freut man sich umso mehr wenn man einen Biss auf einen eigenhändigen Produzierten Köder erhält.
Meine Lieblingsrezepte für Monsterboilies:
Preisgünstige Boilies diese ich zum Anfüttern nehme.

1 Kilo Forellenpellets in etwas Wasser aufweichen. Danach von 3 Eiern das Eiweiß dazu geben. Knoblauch, Blut Mehl,  und mit zugeben von Paniermehl zu einer festen Masse kneten.

Hakenköder:
1/2 Kilo Fischmehl aus Sardellen: diese haben einen über 60-prozentigen Rohproteingehalt, 1/2 Kilo aufgeweichte Forellenpellets. Knoblauch, Blut Mehl und extra Tuning mit verschiedenen Lockstoffen wie z.B. Extrakt aus: Wurm oder Monstercrab, Knoblauch und Blut, Fisch, Krebs.... Zum Schluss mit zugeben von Paniermehl denn Teig zu einer festen Masse kneten.
Danach denn Teig in Glassichtfolie einpacken und über Nacht ziehen lassen, danach zur gewünschten Größe kneten und im kochendem Wasser zu Monster-Boilies kochen lassen, die Boilies sind fertig wenn diese zur Wasseroberfläche schweben.
Die Boilies abkühlen lassen und diese im Kühlschrank aufbewahren. Haltbarkeit bei Kühlung ca. eine Woche.
Platzwahl
Ein Schlüssel des Erfolges war die Punktgenaue Präsentation der Köder. Nämlich nur Dort wo der Wels seine Bahnen zieht kann man ihn auch fangen! Das Finden der Fische, steht auch hier wie bei jeder anderen Angelart an erster Stelle. Im Fluss suche ich mir tiefe Löcher, das alte Flussbett, die Uferkante, Außenkurven, Gewässerverengungen und Bodenunebenheiten, Bäume und Sträucher die über Wasser hängen heraus. Falls ich an einen mir unbekanntes Gewässer fische biete ich meine Köder erst mal an der Uferkante an. Denn wenn Welse das Gewässer durchwandern ziehen diese meist an dieser erste Kante entlang.
Auch die Jahreszeit spielt bei der Platzwahl eine Rolle. In der Regel sollte man im Frühjahr die flachen Stellen des Gewässers beangeln. Im Sommer die sauerstoffreichen Abschnitten mit viel Strömung. Im Herbst die Untiefen, das alte Flussbett und die Außenkurven.
Das ist in Kurzform die Grundregeln des Wallerangeln und hierbei wurden in den letzten Jahren die meisten Fehler von Petrijüngern gemacht, wer dies beachtet kann auch bei uns im Lande Regelmäßig Waller fangen, Egal mit was für eine Technik, Montage oder Köder!
Präsentation der Monsterboilies.
Ich füttere meistens nicht vor. Denn beim Vorfüttern habe ich beim Wels schlechte Erfahrungen gesammelt, denn der Wels frisst bei und in Deutschland nur eins bis zweimal in der Woche. Und ich möchte diesen ja nicht ein oder zwei Tage vorm dem Ansitzangeln satt füttern. Zudem haben wir ja wie schon beschrieben "nicht so eine großen Welsbestand wie in Spanien", wo täglich hunderte Welse nach Nahrung suchen.  Nach dem ausbringen der Montage werfe ich noch 10-15 Wallerboilies nach und verstreue diese zu einen kleinen Teppich. Dann sind meine Chancen auf einen Welskontakt größer. Denn wenn ein Wels einer dieser Boilies aufspürt sucht er weiter und saugt in der Regel alle ein, bis der Wels denn Hakenköder frisst.
Biss und Drill

 

Da die Rute am Ufer steil aufgestellt wird um möglichst viel Schnur aus dem Wasser zu bekommen, erfolgt die Hauptbisserkennung über die Rutenspitze. Ein Knicklicht hilft hier in der Dunkelheit. Ich persönlich versehe die Spitze noch mit einer Glocke. Der Waller-Anbiss kommt oft recht hart, so dass die Rutenspitze oft bis zum Boden heruntergerissen wird. Es ist darauf zu achten das die Angelrute besonders sicher und fest am Ufer im Rutenhalter sitzt, sonst kann sie ins Wasser gerissen werden. Die Bremse der Rolle sollte bereits am Ufer sehr fest eingestellt werden, sonst bleibt der Selbsthakeffet aus und der Waller könnte den Köder frühzeitig ausspucken. Jeden Anbiss sollte man mit einem beherzten Anschlag quittieren, so sorgt man für einen guten Hakensitz im Wallermaul.

Ausrüstung und Montage.
Ich benutze eine 3,00m lange Welssute mit einer sehr robusten Rolle mit zuverlässiger Bremse als Schnur kommt eine 0,40er-0,50er Geflochtene zum Einsatz mit einer Tragkraft von ca.60 Kilo. Die Montage selber ist wie beim Karpfenangeln eine einfache Selbsthakmontage. Ich verwende aber ein spezielles 160gram schweres Welsblei das mit Gummi ummantelt ist und daher kaum ein elektromagnetisches Feld erzeugt. Dieses ja bekanntlich Welse abschreckt. Das Blei wird über einen No-Knot  mit der Hauptschnur verbunden. So erhalte ich kein Tragkraftverlust. Am anderen Ende des Bleies befestige ich mein ca. 80cm langes Welsvorfach. Das Vorfach ist das Bindeglied zwischen Wels und Angler und muss daher sehr abriebfest sein um den Zahnplatten des Wallers Stand zu halten. Deswegen verwende ich nur Dyneema Welsvorfächer ab der Stärke 0,80mm Durchmesser.
Ein stabiler und hochwertiger Einzelhaken der Größe 8/0-9/0. Auf die Schärfe der Haken ist besonders vor dem angeln zu achten, denn nur so kann man seine Bissausbeute steigern. . Der Haken wird mit einen Boilie-Haar und mit dem No Knot gebunden. Als Boiliestopper verwende ich meist ein stückchen Holz. Die Monsterboilies lassen sich mit einer guten Ködernadel durchstechen und am Haar montieren.