Wallerangeln abseits ausgetretener Pfade.

Der Großteil der aktiven europäischen Wallerangler hat bereits einen oder sogar alle drei Ebro Staubereiche befischt. Der Angeldruck ist dort auf einem sehr hohen Level. Viele Fische werden jährlich mehrmals gefangen, der Altbestand oder Urbestand ist dadurch schon eine Weile "verangelt" und nicht mehr im Gewässer vorhanden. Fast jeder Angelplatz der leicht zu erreichen ist zeigt ein unschönes Bild unseres Hobbys. Meist findet man an diesen Plätzen eine Unmenge an Müll und sonstigem Unrat vor. Aber auch unter Wasser sieht es kaum besser aus. Abgerissene Angelschnüre, zurückgelassene Marker oder untergegangene Bojen bilden einen Hindernisparcour der nicht nur das Leben der Tiere sondern auch die jedes anderen Wassersportlers gefährdet. An solchen Angelplätzen haben wir kein Interesse. Über 1500 Kilometer Anreise auf sich zu nehmen um schlussendlich auf ausgetretenen Angelplätzen sein Glück zu finden ist in unserer Sicht komplett gegen den Ursprungsgedanke des Angelsports. Es geht darum sich in wunderschöner Natur aufzuhalten, ein einzigartiges Abenteuer zu erleben und diese große Freiheit in vollen Zügen genießen zu können. Der Fangerfolg kommt dann fast automatisch. Wir waren sehr verwundert dass es doch recht vielen Anglern Freude macht auf solchen Plätzen ihren Urlaub zu verbringen oder im Promenadenbereich von Mequinenza, sitzend auf einer einbetonierten  Parkbank, den Welsen, Karpfen und Zandern nachzustellen. Es werden jährlich mehrere Tonnen an Pellets, Boilies und Hühnerkadavern in den Fluss geworfen um die Fische auf diese immer gleichen Plätze zu konditionieren. Aus diesem Grund macht das klassische Welsangeln dort keinen Sinn mehr. Diese sogenannten"Hauswelse“ fressen nur noch Nahrung die für sie augenscheinlich einfach zu bekommen ist, sie haben ihre natürlichen Jagdinstinkte abgebaut und wurden zu Dressurtieren.

Aus diesem Grund sollten unsere Touren weit weg von dem üblichen Tourismus der Wallercamps gehen um neue Fischgründe am Rio Segre, Cinca und Ebro zu erkunden. So dass wir uns erstmal mit dem Jeep über Fels und Stein, durch Schlamm und Sand, über Berge und durch Täler in den spanischen Outback kämpfen mussten. Danach wurden die Schlauchboote an wildes Wasser getragen und ein wahres Abenteuer bis an die körperlichen Grenzen begann. Teilweise musste mit großem Kraftaufwand die Boote über Flachwassergebiete gezogen  und die Ausrüstung über Hindernisse getragen werden um die Spots zu erreichen. Sinnflutartige Regenfälle, Starkwinde, Gluthitze und plagende Insekten erforderten Durchhaltevermögen und bedingungslose Leidenschaft. Die Strapazen lohnten sich. Wir konnten unsere Köder an unbeangelten Plätzen anbieten. Teilweise dauerte es keine zwei Minuten bis die ersten Waller den Ködern nachraubten. Die Welse hatten in diesem Gebiet noch keinerlei schlechten Erfahrungen mit Anglern gemacht und so konnten wir einen Fisch nach dem anderen fangen. Drills am Limit für Mensch und Gerät.

Angelmethode:

Wallerangeln im Wildwasser.

Rauschend zieht der Fluss vor unseren Füssen am Ufer vorbei. Eine starke Strömung und viel Treibgut ist das Bild, was sich unseren Augen bietet. Irgendwo in den tiefen Gumpen lauern die Waller. Doch wie kann man dort unten seine Köder anbieten ohne dass der Strömungsdruck, der auf Schnur und Köder wirkt, alles mit sich zieht?  Das Bleigewicht samt Köder wandert ab, bis das Blei irgendwann zwischen den Steinen am Grund hängen bleibt, was in den meisten Fällen mit dem Verlust der Montage endet. Die Strömung ist einfach zu stark.

Es müssen Steine als Gewicht verwendet weden, diese findet man in allen Größen am Ufer. Steine von circa 2-3 Kilo sind ideal. Mit einer Wurstkordel fixieren wir die Steine mittig, das hält sehr gut und bietet uns auch gleich einen Fixpunkt für eine 0,50mm starke Mono-Schnur die als Sollbruchstelle dient. Die monofile Reißschnur wird circa 10cm lang gewählt und am oberen Wirbelöhr der Montage eingebunden. Bei einem Biss oder Hänger reißt durch das Steingewicht die monofile Schnur und gibt die gesamte Montage frei. Aber auch diese Steinmontage hält dem vielen Treibgut nicht zu lange Stand und bleibt fangig. Deswegen legen wir unsere Hauptschnur auf Ästen und Büschen auf. Mit diesem Trick haben wir nur wenige Meter Schnur im Wasser, diese eine viel kleinere Angriffsfläche bietet. Ideal ist es auch, seine Montagen hinter versunkene Bäume ab zu legen, diese Bäume halten das Treibgut auf und schützen daher die Montagen. Zudem sind diese Stellen Hotspots für kapitale Waller. Diese Vorgehen funktioniert sehr gut, bei einem Anbiss müssen wir den Fisch vom Schlauchboot aus drillen um ihn sicher landen zu können in hindernisreichem Terrain. Zuerst setze wir bei einen Biss einen starken Anhieb und fahren dann mit dem Schlauchboot in die Flussmitte, dabei löst sich die Hauptschnur von den Ästen und sobald wir über dem Fisch mit dem Boot angekommen sind im Freiwasser ausdrillen. Das Schlauchboot ist notwendig, bei einer so starken Strömung und hoher Angeldistanz kann der Fisch nicht vom Land aus gedrillt werden, da würden wir sehr viele Fische durch Schnurbruch verlieren. Die dann meist mit dem Hakensystem im Maul verenden. Auch flussaufwärts fischen wir mit dieser Steinmontage, nur müssen wir zusätzlich einen Umlenker mit einbauen. Mit Hilfe der Umlenker können wir die Hauptschur über das Wasser spannen. Mit diesen beiden Montagen und Methoden sind wir in der Lage jeden Hotspot auf der eigenen Uferseite flussauf und flussabwärts zu befischen. Die gegenüberliegende Uferseite können wir entweder mit einen Umlenker und der Steinmontage befischen oder mit der Sträuchermontage. Diese Methode ist sehr einfach und sehr effektiv. Wir binden mit Hilfe einer Reißleine die Montage einfach an Sträucher oder Holz an und spannen diese dann komplett an das gegenüberliegende Ufer. Hierzu befestigen wir eine Reißleine in der Stärke von 0,40mm - 0,45mm am gegenüberliegenden Ufer an einen Ast, Baum oder an Sträucher, stellen mit der Länge der Reißleine den Abstand vom Ufer ein und knoten einen Karabinerwirbel am Ende der Reißleine an. Danach befestigen wir den Karabiner einfach hinter der Angelpose und spannen die Schnur über das Gewässer ab. Am Ufer sollte die Rute möglichst steil aufgestellt werden um die Schnur über Wasser halten zu können. Nach dem Angelansitz muss man dann die Ausleger und Reißleinenreste mit Hilfe eines Messer am natürlichen Anbindepunkt abschneiden und entsorgen. Damit wissen nachfolgende Angler nicht wo man gefischt hat und jeder Angler sollte selbstverständlicherweise ein Naturfreund sein und keinen Müll am Gewässer hinterlassen.

Köderfische:

Karpfen gibt es in Massen im Fluss, am besten fängt man diese mit Mais. Ein Kilo gekochten Futtermais großzügig im Angelbereich verteilen lässt die Karpfen mit der Futtersuche beginnen, diese dann mit der einfachen Haarmontage am Grundblei befischt werden. Auch Barsch und Zander kommt in großen Stückzahlen im Ebro vor, die werden am einfachsten beim Spinnangeln mit Gummifischen oder Spinner gefangen. Rotaugen können direkt vom Bootssteg mit der Stipprute gefangen werden. Maden und Mistwürmer sind für sie der Topköder. Keine Zweifel an großen Köderfischen, die stattlichen Waller sind in Spanien vor allem auf Karpfen um die 10 Pfund fixiert da es ihre natürliche Hauptnahrung ist. Aber auch Zander, Barsche und Rotaugen funktionieren bestens.

Angellizenzen und Ansprechpartner:

Die notwendigen Lizenzen hat unser Freund und Partner Oliver Schier von Urlaub nach Mass vorab besorgt. Bei ihm kann man Boote und Apartments direkt am Wasser mieten. Von dort aus kann man seine Touren in alle Bereiche des Flusssystemes beginnen. Zusätzlich erhält man von ihm und seinen kompetenten Mitarbeitern wichtige Informationen was das Wallerangeln oder das Angeln allgemein in der Region betrifft.

Website: http://urlaub-nach-mass.de/

Tight Lines, 

Peter Merkel und Patrick Haas


Gefüllte Calamari

Gefüllte Calamari

Der Wallerbestand in Deutschland und somit auch die Fänge, sind in den letzten Jahren enorm in die Höhe geschossen. In nahezu allen Flüssen ist der Räuber heute anzutreffen. Welse über 150cm sind keine Seltenheit mehr und Waller über zwei Meter sind jederzeit möglich.

Wallerangeln ist für mich Abenteuer pur. Diese urigen Riesen begeistern mich ungemein! Besonders die oft harten Umstände an den unterschiedlichsten Welsgewässern sind für mich eine große Herausforderung und bringen mir den Spaß am Angeln.

Fast jeder Angler träumt davon einmal einen Riesenwaller zu drillen und diesen Erfolgreich mit dem Wallergriff zu landen. Natürlich gibt es auch Zufalls Fänge von großen Wallern, aber ich möchte den Zufall möglichst ausschließen und habe daher in den letzten Jahren entsprechende Strategien entwickelt.

Die schlechte Bissausbeute der meisten Wallerangler liegt daran, dass sie ihren Köder zu dicht am Grund anbieten und im Gewässer falsch präsentieren.

Denn wenn man sich die Kopfform des Welses genauer ansieht erkennt man, dass der Waller ein oberständiges Maul und nach oben gerichtete Augen aufweist. Das bedeutet dass er einen Großteil seiner Nahrung im Freiwasser jagt. Er greift seine Beute aus der Deckung heraus an und folgt den Beutefischen oft bis an die Oberfläche.

Aus diesen Gründen biete ich meine Köder an Abrisskanten oder Vertiefungen an und lasse sie stets 1-2m über dem Gewässerboden mit Hilfe einer U-Pose schweben.

Kleinere Waller lassen sich meist ganz einfach fangen, wenn diese Hunger haben verschlingen diese einfach alles. Deswegen fängt man meist auch nur diese. Die größeren Exemplare auf diese wir es abgesehen haben lassen sich nicht so leicht fangen. Erstmal gibt es weniger große Waller als kleine, zudem sind diese nicht umsonst so groß geworden. Weitere Faktoren wie das klare Flusswasser und der steigende Fischdruck erschweren uns zudem die Walleranglerei in Deutschland. Zudem würde ein zwei Meter große Waller niemals einen schlecht präparierten Köder fressen.Deswegen versuche ich immer so unauffällig wie möglich zu fischen und verwende  lange Vorfächer, kleine aber stabile Haken, diese ich zum größten Teil im Köder verstecke. Und ich mich selber so unauffällig wie möglich am Angelplatz verhalte.

 

Die Montage:

Mit meiner neuen gefüllten Tintenfisch Montage habe ich jetzt diese Angelart  perfektioniert. Denn sogar die Upose diese ich für den nötigen Auftrieb benötige ist zu 100 Prozent im Angelköder versteckt.

Zuerst kaufe ich in der TK Abteilung im Supermarkt Tintenfischtuben, am besten mit Innereien. Lasse diese langsam auftauen, der Geruch der Tintenfische und somit die Lockwirkung für den Waller wird Intensiver je älter der Tintenfisch aufgetaut ist. In der Regel sind Tintenfische ab 2 Tage ideal als Angelköder. Man kann diese noch zusätzlich mit Lockstoff ein sprühen um eine bessere Futterspur im Wasser zu hinterlassen.

Die eine Tube benötige ich für die Upose, die zweite schneide ich in lange fetzen, diese flattern später durch den Strömungsdruck verführerisch im Wasser. Und lassen den Calamari für den Waller lebendig erscheinen.

Die Tragkraft einer solchen Pose sollte mindestens 40gr aufweisen, damit der Köder in den Schwebezustand gelangt.

Die Montage ist sehr einfach. Sie besteht aus 200cm langes Vorfachmaterial, zwei Haken, einen kleinen Einselhaken dieser wird am Ende der Tulbe gesetzt und einen Drilling an diesen werden die Tintenfischstreifen befestigt.

1: Zuerst wird ein Drilling auf das Geflecht geknotet

2: Die Innereien werden mit Hilfe einen Ködernadel von hinten her zum Drilling aufgefädelt.

3: Zwei Gummi Stopper zum Fixieren der 40 Gramm Upose.

4: Die Tintenfischtulpe wird mit Hilfe einer Ködernadel aufgefädelt und über die Unterwasser Pose gestülpt.

5: Einen Einselhaken an Ende der Tulbe knoten und zusätzlich mit Tintenfischstreifen beködern.

6: Am Ende des 200cm langen Vorfaches kommt ein Wirbel an diesen befestigen wir einen Stein und  Reissleine,diesen wir vorher mit Sisal Schnur gebunden haben. Der Stein benötigen wir als Gewicht, das den auftreibenden Köder vom Grund her fixiert.

Ausbringen der Montage

Beim Ausbringen der Montage gilt es einige Regeln zu beachten, damit der Köder auch dort landet wo er soll und alles verwicklungsfrei präsentiert werden kann. Am einfachsten geschieht dies zum Anfang in Teamarbeit, wenn man später geübt ist, gelingt es auch alleine sehr gut. Wichtig ist natürlich ein Boot und ein Echolot. Man nimmt die komplette beköderte Montage mit ins Boot und fährt an den Platz, wo man später seine Köder auslegen möchte. Mit dem Echolot findet man alle Hot Spots recht schnell. Ich versuche meinen Köder immer oberhalb der Kante abzulegen, so dass der Köder später verführerisch vor der Kante in der Strömung spielt. Hat man solch einen Punkt gefunden, hält der eine Angler am Ufer den Rollenbügel geöffnet und der zweite Mann lässt den Köder ins Wasser. Wenn das beköderte Vorfach komplett im Wasser gestreckt ist, wird der Rollenbügel geöffnet und die Montage über Bord gehoben und schließlich die gesamte Montage zum Grund absinken gelassen. Am Ufer sollte die Rute möglichst steil aufgestellt werden und die Schnur auf Spannung gebracht werden, so dass sich die Rutenspitze leicht verneigt. Diese Spannung ist wichtig zur Bissübertragung, Vermeidung von Schnurbögen im Wasser, Kontrolle des Köderspiels und letztendlich für den Selbsthakeffekt des beißenden Wallers.

Biss und Drill

Die Wallerrute wird am Ufer steil aufgestellt um möglichst viel Schnur aus dem Wasser zu bekommen, erfolgt die Hauptbisserkennung über die Rutenspitze. Ein Knicklicht hilft hier in der Dunkelheit. Ich persönlich versehe die Spitze noch mit einer Glocke oder benutze Bissanzeiger, um auch ein akustisches Signal beim Anbiss zu erhalten. Der Waller-Anbiss kommt oft recht hart, so dass die Rutenspitze oft bis zum Boden heruntergerissen wird. Es ist darauf zu achten das die Angelrute besonders sicher und fest am Ufer im Rutenhalter sitzt, sonst kann sie ins Wasser gerissen werden. Die Bremse der Rolle sollte bereits am Ufer sehr fest eingestellt werden, sonst bleibt der Selbsthakeffet aus und der Waller könnte den Köder frühzeitig ausspucken.

Jeden Anbiss sollte man mit einem beherzten Anschlag quittieren, so sorgt man für einen guten Hakensitz im Wallermaul und bringt die Reissleine zum Bruch, falls dies der Wels bei der Flucht nicht von selbst getan hat.

Auch bei mäßiger Strömung empfiehlt sich der Einsatz von Steinen als Grundblei. Durch das hohe Grundgewicht kann viel mehr Druck vom Ufer aufgebaut werden, als das bei Bleigewichten der Fall ist, so werden Schnurbögen vermieden und die Bissausbeute erhöht.


Die besten drei Dead Bait Montagen für Rheinwaller

Vorwort:

Im Europäischen Ausland ist das Wallerangeln viel einfacher wie bei uns in der Heimat. Den dort gelten nicht so strenge Fischerei-Gesetze wie in Deutschland. Der lebendige Köderfisch ist Erlaubt oder geduldet, ich darf Nachtangeln, mit mehr Ruten fischen...

Aber ich kann ja nicht jedes Wochenende ins Ausland zum Welsangeln fahren. Zudem befindet sich direkt vor meiner Haustür der größte deutsche Fluss, der Rhein. Diesen ich am Wochentag und Wochenende in jeder freien Minute befische. Gerade wegen dieser schwierigen Bedingungen zählt für mich auch ein Deutscher Wels viel mehr als einen im Ausland gefangener Wels.

Der Rhein ist aber aufgrund seiner Strömungsgeschwindigkeit und der vielen Schifffahrt sehr schwierig zu befischen. Deswegen angelte ich früher mit mäßigem Erfolg die vielen Altarme ab, diese im Frühjahr und bei Hochwasser teils auch funktionierten und den ein und anderen Fisch brachten.

Danach zog es mich erstmal ins Europäische Ausland,  in der Heimat widmete ich mich den leichter zu befischten Neckar.

Auf diesen unzähligen Auslandtouren und am Neckar habe ich meine Erfahrungen gesammelt und viel über das Verhalten der Welse dazu gelernt. So dass es mir im Nachhinein klar war das ich früher am Rhein an den Fischen vorbei geangelt habe, weil ich mir auch sicher war das die Rhein Welse im Hauptstrom leben.

Jetzt musste ich nur noch eine geeignete Rheinmontage finden. Die normalen Unterwasser-Posenmontage mit totem Köderfisch funktionierten nicht, weil bei starkem Strömungsdruck der Köder anfängt zu flattern und zu rotieren. Würmer oder Calamari sind zwar auch gute Köder, fangen aber meist kleinere Exemplare. Die Giganten im Fluss sind aber Jäger und keine Sammler, diese fängt man nur mit Fisch!

Dann kamen mir die Ideen der Dead Bait Montagen, ziel war die natürliche Präsentation des toten Köderfisches unter Wasser. Die Montagen schlucken ein wie eine Bombe und ich konnte in den letzten drei Jahren am Rhein über 150 Welse bis 253cm und 103 Kilo damit fangen. Mein bislang bester Fangrekord war 7 Welse an einen Tag, davon drei über 2,20m.

Im Folgenden möchte ich euch noch detailliert die Montagen erklären diese ich in den letzten Jahren am Rhein eingesetzt habe. Jedes System hat seine klaren Vorteile aufgezeigt zu bestimmten Jahreszeiten und der sich hieraus ergebenden Angelsituation. Ein universell einsetzbares Rig gibt es einfach nicht.

DEAD FLOAT SYSTEM

Dieses System ermöglicht eine sehr natürliche Präsentation des Köderfisches unter Wasser.

Das Herzstück der gesamten Montage ist die namensgebende Dead Float, ein spezieller Auftriebskörper der mit zwei robusten und flexiblen Drahtklammern dem Köderfisch schnell und einfach auf den Rücken fixiert wird. Eine Einkerbung in der Pose unterstützt die perfekte Passgenauigkeit am Fischkörper. Im inneren dieses Auftriebskörpers läuft unsere Vorfachschnur aus Geflecht oder Monomaterial. Die Float wird auf der Montage mittig angebracht zwischen dem Drilling oder Zwillingshaken, der Sitz hinter der Rückenflosse findet, und dem im Fischmaul angebrachten Führungseinzelhaken. Der restliche Aufbau des Vorfaches ist identisch einer üblichen U-Posen Montage und wird auch genauso eingesetzt. Es ist aber zu empfehlen anstelle einer auf dem Vorfach vorgeschalteten gewöhnlichen U-Pose, eine Propeller U-Pose zu verwenden. Die Propeller U-Pose zeigte in den vergangenen Jahren bessere Fangaussichten erstmalig unter Verwendung von Tauwurm oder Calamaribündeln. Unter Wasser dreht sich die Pose mit ihren robusten Flügeln schnell um die eigene Achse und erzeugt ähnlich wie ein Spinnerbait, zusätzliche Aufmerksamkeit auf unseren Köder durch die erzeugten Wasserverwirbelungen die vorallem sattgefressene Welse zu einem Anbiss reizen.

Der Dead Float gibt es in drei verschiedene Größen und muss daher der Köderfischgröße angepasst werden. Man hat also schlechtere Fangerfolge wenn man zum Beispiel einen großen Auftriebskörper an einen kleinen Köderfisch befestigt, dies ist unbedingt zu beachten. Denn die Größeren Waller sind wegen dem steigenden Fischdruck misstrauischer geworden und fressen deshalb nicht einen schlecht präparierten Köder.

Wir konnten die besten Erfolge mit diesem System, nach den durch ein Hochwasser ausgelösten großen Fressorgien der Welse bei schnell fallenden Wasserständen, am Übergang zwischen dem Hauptstrom und den überfluteten Gebieten machen. Das Dead Float System ist genau dann für den Fang von inaktiven und verdauenden Welsen durch seine provozierend Auffälligkeit im noch angetrübten Wasser am erfolgreichsten einsetzbar.

Zwischenzeitlich ist dieses System für jeden interessierten Welsangler käuflich beim Angelgerätehändler zu erwerben und sofort einsetzbar.

Dr.Death System

Im Gegensatz zum Dead Float System wird bei dieser Montage der Haupt-Auftriebskörper (40gr. Auftrieb) im Inneren des Köderfisches versteckt. Dazu schneiden wir mit einer Schere unseren Köder vom Waidloch zum Kopf einige Zentimeter auf, entfernen die Innereien und setzen den Auftriebskörper ein. Anschließend nähen wir mit einer Ködernadel und dünner Geflechtschnur den Fischsuppe wieder zu. Das ist wichtig damit der Köderfisch seine Stromlinienform behält und durch den Strömingsdruck nicht zu flattern beginnt. Dieses makaber erscheinende Vorgehen brachte mich auf den Namen "Dr.Death".

Die Montage ist wie folgt aufgebaut. Der untere Teil besteht aus einer der Köderfischlänge angepassten starken Geflechtschnur an deren unteren Enden ein Drilling oder Zwillingshaken angebunden ist. Dieser Haken wird hinter dem After des Köders angebracht. Danach folgt der

Auftriebskörper der im Fischkörper eingenäht wird. Hinter dem Einselhaken läuft unser 15-20gr. schweres „Stabilisierungsblei“, ohne dieses würde unser Köder nicht gerade in der Strömung stehen und anfangen zu rotieren.

Der Hauptteil der Montage besteht aus einem 1,0mm - 1,2mm starken und ca. 1,8 Meter geflochtenen Vorfaches, auf dieses eine Propeller U-Pose gefädelt wird. Der Abstand zwischen dieser Pose und den Führungshaken beträgt 20cm.

Zuletzt sichern wir mit einen Stück Gummi den Einzelhaken im Köderfischmaul und einsatzbereit ist das System.

Ich habe in meiner Tacklebox mehrere vorgebundene Systeme in unterschiedlicher Länge und mit unterschiedlichen Auftriebskörpern. Das ermöglicht mir sofortiges Handeln am Wasser und den angetroffenen Angelbedingungen.

Bei der Entwicklung dieses Systems dienten mir Erfahrungen aus jahrelang eingesetzten Vertikal und U-Posen Montagen, der eingenähten Auftriebskörper ist unauffällig und das vorgeschaltete Blei stabilisiert den Köderlauf auch in fast stehendem Wasser. Das Bleigewicht lässt den Köderfisch immer waagerecht im Wasser stehen.

Diese Montage habe ich für misstrauische Waller konstruiert und wird dann eingesetzt wenn schwere Bedingungen am Wasser herrschen, wie Niedrigwasser und klarem Wasser in den Sommermonaten.

Wallerkette

Die Wallerkette ist genau genommen keine Montage, sondern ein Hilfsmittel mit der gewöhnliche U-Posen- Anbindemontagen unter Einsatz eines toten Köderfisches fängig präsentiert werden. Sie ist dafür zuständig das unsere Köder immer natürlich wirken indem sie waagerecht im Wasser stehen. Sie ist die beste Wahl an Ein- und Auslauf des Altarms, zwischen den Rheinbuhnen, also überall wo kaum oder kein Strömungsdruck herrscht.

Die Wallerkette wird mit mehreren, zwei Gramm Auftriebskörpern aus dem Raubfischbereich gebaut. Die Anzahl der Auftriebskörper sollte der Köderfischgröße angepasst sein. Diese Auftriebskörper fädeln wir auf ein Stück Geflechtvorfachschnur. Wir verwenden sehr gerne rote Auftriebskörper, da diese Farbe unter Wasser durch den Lichtbrechungsindex nahezu unsichtbar erscheint. Manchmal ist es aber sinnvoll auch gelbe, fluoreszierende Auftriebskörper als Schockfarbe zu verwenden. Verdauende oder revierverteidigende Welse verleitet das häufig zu einem Anbiss.

Am unteren Ende knoten wir einen leichten aber trotzdem sehr stabilen Rigging Hook der Größe 1/0 an. Dieser Haken hat den Zweck die Wallerkette auf dem Köderfisch zu fixieren. Das würde natürlich auch mit Drahtwicklungen, ähnlich eines Drachkovitsch System funktionieren. Der Pluspunkt bei Verwendung eines Rigging Hooks ist aber das die Kette zusätzlich wie ein Stinger funktioniert.

Die Wallerkette ist schnell und sehr universell einsetzbar, bei schwacher Strömung mit Propeller U-pose, bei klarem Wasser, während der Laichzeit als Reizköder und vor allem ist sie die einzige Möglichkeit einer Anbindemontage in den überfluteten Gebieten bei Hochwasser (ohne vorgeschalteter (Propeller U-pose ), Natürlichkeit einzuhauchen. Durch die geringen Abmessungen der Auftriebskörper ist sie auch kein zusätzlicher Treibgutfänger.

Köder

Ich verwende überwiegend schlanke Köderfische als Köder, weil diese einfach besser in der Strömung stehen. Hochrückige Weißfische wie zum Beispiel Brassen würden bei starker Strömung anfangen zu flattern oder sogar rotieren. Dies ist unbedingt zu vermeiden.

Forellen sind sehr gute Köder, diese werden von den Welsen gerne verschlungen, zudem sind diese einfach und Günstig im Supermarkt oder in der Forellenzucht zu besorgen.

Unbedingt ist zu beachten das mein keine zu frischen Köderfische verwendet!

Diese durch den Stillstand des Blutkreislaufs erstarren, der Fisch wird steif und biegt sich meist auf einer Seite und tanzt somit nicht verführerisch in der Strömung. Deswegen Töte ich meine Köder einen Tag vor der Angelsaison und halte diese Kühl. Die Totenstarre hält bei einen 400gr Fisch je nach Außentemperatur ca. 4-8 Stunden. Danach ist der Fisch schön weich und biegsam und immer noch Frisch. Aufgetauchte Köderfische funktionieren auch, nur habe ich bemerkt dass die Welse immer einem frischen Köder den tiefgefrorenen vorziehen.

In der Regel kann man davon ausgehen, Je Größer der Köder desto Größer der Fisch, das bedeutet kleinere Welse sind meist Sammler und größere Welse sind Jäger.

Steingewichte:

Wegen der schnellen Fließgeschwindigkeit des Rheins halten normale Bleigewichte die Montage nicht am Gewässergrund, deswegen benutze ich Steine als Gewichte.

Ich befestige an meinen Vorfach-Wirbel eine 0,40mm Monofile Reißleine und verbinde diese mit einen Steingewicht diesen ich vorher mit einer Sisal Schnur verschnürt habe.

Solche Steine findet man schließlich überall am Ufer. Steine von circa 3-4 Kilo sind ideal und trotzen auch dem Sog vorbeifahrender Schiffe.

Wichtig ist natürlich ein Schlauchboot und ein Echolot. Man nimmt die komplette beköderte Montage und Rute mit ins Boot und fährt an den Platz, wo man später seine Köder auslegen möchte. Mit dem Echolot findet man alle Hot Spots recht schnell. Ich versuche meinen Köder immer oberhalb der Kante abzulegen, so dass der Köder später verführerisch vor der Kante in der Strömung spielt. Hat man solch einen Punkt gefunden, halte ich das das Boot in der Strömung und lasse den Köder ins Wasser. Wenn das beköderte Vorfach komplett im Wasser gestreckt ist, wird die Rollenbremse geöffnet und der Stein über Bord gehoben und schließlich die gesamte Montage zum Grund absinken gelassen. Beim zurück fahren an das Ufer, wird die ablaufende Schnur mit den Fingern gebremst. Am Ufer sollte die Rute möglichst steil aufgestellt werden und die Schnur hin zum Stein auf Spannung gebracht werden, so dass sich die Rutenspitze leicht verneigt. Diese Spannung ist wichtig zur Bissübertragung, Vermeidung von Schnurbögen im Wasser und Kontrolle des Köderspiels. Jeden Anbiss sollte man mit einem beherzten Anschlag quittieren, so sorgt man für einen guten Hakensitz im Wallermaul und bringt die Reißleine zwischen Stein und Montage zum Bruch, falls dies der Wels bei der Flucht nicht von selbst getan hat.


Punktgenau auf Flusswaller

Rauschend zieht der Rhein am Ufer vorbei. Eine starke Strömung ist das Bild, was sich meinen Augen bietet. Das Wasser, welches an den Buhnenspitzen vorbei fließt wird stark verwirbelt und hinterlässt in den Bereichen unmittelbar hinter den Buhnen große Mulden und Löcher in denen der Waller im Verborgenen lebt. Genau in diesen Verwirbelung etwa 10 Meter hinter der Buhnenspitze präsentiere ich meine Waller Köder, den dort ist die Tiefste Stelle des Buhnenfeldes und genau dort lauert der Waller auf seine Beute, die einfach über ihn hinwegschwimmt.

Denn wenn man sich die Kopfform des Welses genauer ansieht erkennt man, dass der Waller ein oberständiges Maul und nach oben gerichtete Augen aufweist. Das bedeutet dass er einen Großteil seiner Nahrung von unten aus jagt. Er greift seine Beute aus der Deckung heraus an und folgt den Beutefischen oft bis an die Oberfläche.

Natürlich ist nicht jede Buhne fängig und  nicht hinter jeder Buhnenspitze liegt ein Waller. Es gibt ein paar  Merkmale, die eine gute Buhne ausmachen. Das sind in erster Linie Kanten, Löcher und Sandbänke. Diese Strukturen lassen sich oft schon mit bloßem Auge erkennen. Heftige Kehrströmungen am Buhnenkopf, die durch eine stark kräuselnde Wasseroberfläche angezeigt werden, stehen für tiefe Löcher und harte Kanten. Die fängigsten Buhnen eines Feldes sind meist die erste und zweite Buhne, denn hier ist am meistens Strömungsdruck drauf.

Diese Fischreiche und tiefe Buhnen findet man meist in den Außenkurven des Flusses den hier prallt die Strömung mit all seiner Kraft darauf und spült dieses Felder tief aus.

Der Strömungsdruck hinter der Buhnenspitze ist  so stark, das normale Bleigewichte samt Köder abwandern würden, bis das Blei irgendwann zwischen den Steinen am Grund hängen bleibt, was in den meisten Fällen mit dem Verlust der Montage endet.

Ich verwende deswegen nur noch Steine mit einen Gewicht von ca. drei-fünf Kilo als Gewicht, diese findet man schließlich in allen Größen am Ufer eines jeden Flusses. Diese binde ich mit biologisch Abbaubarer Sisal Schnur und befestige an dieser eine Monofile Reißleine (0,35mm-0,45mm). Nun kann ich meine Ruten kräftig spannen und ich kann auch in der knallharten Strömung fischen. Aufgrund des Stein-Gewichtes Schlägt sich der Waller denn Haken selber ins Maul. Mann kann diese Art des Fischens mit der Selbsthakmontage beim Boilieangeln auf Karpfen vergleichen, den Dort wird auch das Festmontierte Bleigewicht als Selbsthak-Effekt eingesetzt.

Nach einem Biss reißt die Reißleine am Stein ab und man kann den Waller frei drillen. Die unbeliebten Hänger sind damit zu 100 Prozent dezimiert.

Bei Hochwasser sind lange Buhnen besonders von Erfolg gekrönt. Denn wenn das Wasser ansteigt ziehen sich die Futterfische aus der Hauptströmung zurück und suchen die ruhigen Bereiche des Buhnenfeldes. Jetzt lege ich meine Montagen nicht am Buhnenkopf ab, diese jetzt durch Treibgut nach einer kurzen Zeit abreißen würden.

Ich befische das Stille Wasser und die Sandbank in mitten des Feldes, den dort sammeln sich die meisten Weißfische. Jedoch muss ich darauf achten das ich nicht in der Kehrströmung  (Rückströmung) fische, erstmal würde das meine Steinmontage verwickeln und zudem habe ich in diese Rückströmung noch keinen gescheiten Waller gefangen.

In Deutschland ist der lebendige Köderfisch verboten, deswegen habe ich zusammen mit dem Black Cat Team die letzten beiden Jahren Dead Bait Systeme entwickelt und  in der Praxis am Wasser getestet. Unsere Dead Bait Systeme haben jetzt schon das angeln in Deutschland Revolutioniert und Fische bis 103 Kilo in Deutschland gefangen. Nach dieser Erfolgreichen Testphase können wir jetzt das Black Cat DEAD FLOAT präsentieren. Das es ab sofort für jeden Wallerangler im Angelladen erhältlich ist. Dieses Spezial-U-Posen System erweckt tote Köderfische zum Leben. Der Schwimmkörper wird kurz hinter den Kopf auf den Rücken des Köderfisches gesetzt und die Klammern seitlich in den Fischkörper gedrückt. Dadurch behält der tote Köderfisch seine reale Form im Wasser und beginnt in der Strömung verführerische Schwimmbewegung zu erzeugen, ohne sich zu drehen.

Die Montage ist sehr einfach. Sie besteht aus einen ca.200cm langen Vorfachmaterial, zwei Haken einer hake ich ins Fischmaul danach kommt der Dead Float und der zweite Haken steche in die obere Schwanzflosse. Etwa 20cm vor dem Köder montiere ich eine Black Cat PROPELLER U-POSE diese ist mit robusten Leichtmetall-Flügeln ausgestattet, was starke Druckwellen unter Wasser aussendet, und zusätzlich mit zwei Glasrasseln, die bei der Rotation Geräusche abgeben, die den Wels zum Köder locken.

Tauwürmer und Calamari sind auch Top Köder zum Wallerangeln, diese ich auch knapp über den Gewässergrund mit Hilfe unsere neuen PROPELLER U-POSE anbiete.

Zum Ausbringen der Montagen ist ein Boot mit den dazu gehörigen Echolot Notwendig. Den nur so kann ich meine Köder Punkt genau ausbringen und die Vertiefungen hinter der Buhnenspitze genau finden. Hinter einer Rheinbuhne langt meist ein Paddelboot zum Auslegen der Montagen, Ideal ist natürlich ein Schlauchboot mit einem kleinen Außenborder.

Bein Wallerangeln benutze ich sehr gerne Multirollen, diese haben Gegenüber Stationär Rollen mehrere Vorteile. Erstmal die Schnurkapazität ist größer, bessere Schnubremse, das Auslegen der Montagen geht mit Hilfe der Ratsche besonders einfach und dank dieser ist das laute knarren bei einen Biss, ein gute Bisserkennung.

In der Regel kann man davon ausgehen, dass bei steigenden Wassertemperaturen ab 10 Grad Celsius im Frühjahr (März, April, Mai) auch der Hunger der Welse ansteigt. Hier frisst der Wels über einen längeren Zeitraum am meisten. Er ist aufgrund seiner Fressgier nach Beute, um diese noch frühe Jahreszeit am leichtesten zu fangen, als im gesamten anderen Jahr.

Der Wels ist ein Allesfresser, das bedeutet er ernährt sich von allerlei Fressbaren, was ihm in seiner Umgebung vor die Barteln kommt.  Er jagt bis in den oberen Wasserschichten nach Beutefischen und schreckt dabei nicht einmal vor kleinen Säugetieren zurück. Er wird immer das fressen wo er am leichtesten Erbeutet. Was er hierbei Erbeutet kommt auf die Größe der Welse an, kleine Welse (unter einen Meter) sammeln vorwiegen und werden erst mit zunehmender Größe zum Jäger, er wählt seine Nahrung Effektiv aus, sprich möglich wenig Energieverbrauch und größte mögliche Nahrungs- und Kalorienaufnahme. Denn wenn wir zum Beispiel mit drei Würmer auf Wels angeln und mit diesen kleinen Köder einen Wels fangen wird dieser in der Regel sehr klein sein. Anderseits habe ich die Erfahrung gemacht dass ich viele meiner kapitalsten Fänge mit überdurschnittlichen großen Köderfischen, über einen Pfund gefangen habe.

Fazit

In der Regel kann man davon ausgehen, Je Größer der Köder desto Größer der Fisch, das bedeutet kleinere Welse sind meist Sammler und größere Welse sind Jäger.

Im Herbst wenn die Blätter von den Bäumen fallen und die Wassertemperaturen  zurück gehen, ziehen sich die Welse in tiefere Bereiche zurück, um Dort in Winterruhe zu gehen.

Vorher müssen sie sich aber nochmals den Ranzen voll schlagen und sich eine Winter-Speckschicht an fressen. Das ist für uns Angler nochmals eine gute Chance einen Wels vor dem Winter zu fangen.

Meist beginnt diese Fressphase Anfang Oktober und endet erst im Dezember.

Das ist für mich als Welsjäger einer der schönsten Jahreszeiten, es wird früher dunkel und ich kann dann lange und im Schutz der Dunkelheit meinen Traumfisch jagen.

Rutensicherung.

Die Wallerrute wird am Ufer steil aufgestellt, um möglichst viel Schnur aus dem Wasser zu bekommen, erfolgt die Hauptbisserkennung über die Rutenspitze. Ein Knicklicht hilft hier in der Dunkelheit. Ich persönlich versehe die Spitze noch mit einer Glocke, um auch ein akustisches Signal beim Anbiss zu erhalten. Der Waller-Anbiss kommt oft recht hart, so dass die Rutenspitze oft bis zum Boden heruntergerissen wird! Schlecht gesicherte Ruten werden hierbei sofort ins Wasser gezogen. Rod Pots oder Normale Rutenhalter sind deswegen beim Wallerangeln nicht geeignet! Die Bremse der Rolle sollte fest eingestellt sein, sonst bleibt der Selbsthakeffekt aus. Jeden Anbiss sollte man mit einem beherzten Anschlag quittieren, so sorgt man für einen guten Hakensitz im Wallermaul und bringt die Reißleine zwischen Stein und Montage zum Bruch, falls dies der Wels bei der Flucht nicht von selbst getan hat.

Vorfach, Wirbel & Haken:

 

Als Vorfachmaterial benutze ich 1,2mm Monovorfach dieses hat mehrere Vorteile:

 

1: sie ist steifer als Dynema und verwickelt sich deswegen nicht!

 

2: sie ist abriebfester als Dynemavorfach.

 

3: bei klaren Gewässern ist das Mono fast unsichtbar und man bekommt mehr Welsbisse.

 

4: Mono ist billiger als anderes Welsvorfach-Material.

 

Große Wirbel mit einer Tragkraft von min. 80 Kilogramm und Stabile scharfe Haken. Auf die Schärfe der Haken ist besonders vor dem angeln zu achten, den nur so kann man seine Bissausbeute steigern.

 

Tight lines  Peter Merkel

 


Erfolgreich angeln mit Hilfe des Wallerholzes

In den Anfangsjahren der Welsfischerei in Spanien und Italien wurde ausschließlich das Wallerholz als Fangwerkzeug eingesetzt. Die Fische konnten recht schnell lokalisiert werden und attackierten angriffslustig jeden Köder, den der Wallerangler unter dem Boot angeboten hatte. Doch dann wurde diese Methode zu oft eingesetzt und die Gewässern wurden verklopft. In Deutschland wird das Wallerholz kaum eingesetzt, obwohl es jeden beißfaulen Waller an den Haken bringt. Mit Hilfe des Wallerholzes kann man in jedem Gewässer, in dem ein Wallerbestand existiert, oder vermutet wird, innerhalb kürzester Zeit Kontakt mit den großen Räubern bekommen. Beim eintauchen des Holzes ins Wasser, gehen starke Druckwellen Richtung Gewässergrund. Diese nimmt der Waller über seine Seitenlinie und das Webersche Organ war und beginnt sofort aktiv in unmittelbarer Nähe der Druckwellen nach deren Herkunft zu suchen. Ich bin mir sicher, dass die erzeugten Druckwellen des Wallerholzes, einen fremden Wels im eigenen Revier imitieren, und der Revierhalter aufsteigt um den Eindringling durch Verbiss zu vertreiben. Daher verspürt der aufsteigende Wels in diesem Moment kein Hungergefühl, sondern will nur den Verursacher der Druckwellen verjagen, indem er ihn angreift. Diesen kurzen Moment, in dem der Wels den Köder ansaugt, muss der Angler mit einem harten durchdringenden Anschlag beantworten.

 

Das wichtigste bei dieser spannenden Angelmethode ist natürlich das Wallerholz. Auf dem Markt gibt es viele unterschiedliche Modelle, doch leider eignen sich einige Hölzer nicht. Grundsätzlich gibt es wichtige Merkmale die beim Kauf beachtet werden müssen.

 

Die Größe und Form des Kopfes mit dem man ins Wasser eintaucht und den Druck erzeugt, ist ein wichtiges Merkmal. Große Köpfe in ovaler oder abgekugelter Form sind für tiefes Wasser (10m und tiefer) geeignet, da hier stärkere Druckwellen erzeugt werden müssen. Für unsere durchschnittlich tiefen Hausgewässer (5-10m Tiefe) eignen sich Hölzer mit kleineren Köpfen circa in der Größe eines zwei Euro Stücks. Auch Anfänger tun sich mit diesen kleineren Ausführungen etwas leichter, da die Wasserverdrängung beim Eintauchen des Kopfes geringer ist. Geübte Klopfer können auch mit kleinen Hölzern, indem sie mit der Eintauchgeschwindigkeit und –tiefe variieren, unterschiedliche Druckstärken erzeugen. Das Holz darf nicht schwer sein und muss dem Angler gut in der Hand liegen. Klopfen darf selbst nach Stunden keine Belastung für Arm und Gelenke darstellen. Dass Mittelteil des Holzes sollte sehr biegsam und elastisch sein, keinesfalls steif.

 

Einige "Wallerholzschmieden" bieten Hölzer in verschiedenen längen an, den es spielt auch eine große Rolle, ob man von einer hohen Bordwand klopft, vom Schlauchboot oder sogar vom Bellyboot.  Denn wenn man mit ein zu kurzes Holz von einer hohen Bordwand klopft muss man sich zu stark über Bord lehnen um das Holz, ins Wasser zu tauchen. Deswegen gibt es Hölzer in verschiedenen längen. Für denn Einsatz vom Bellyboot sind zum Beispiel kurze Hölzer bestens geeignet.

 

Ideal ist es wenn man vor einen Kauf, das  Wallerholz in einem Becken testen kann, Einige Verkäufer bieten dies sogar an.

 

Leider funktioniert das Wallerholzfischen nicht das ganze Jahr über. Im Winter oder im Frühjahr bei Wassertemperaturen unter 14 Grad reagieren die Welse auf das klopfen überhaupt nicht. Die Saison  startet ab Mai wenn die Wassertemperatur über 18 Grad beträgt und erreicht im Hochsommer seinen Höhepunkt.

 

Auch die Tageszeit spielt eine  große  Rolle, am frühen Morgen reagieren die Welse besonders gut auf das Holz. Am hellsten Tag, wenn  viel Lärm durch Schifffahrt Verkehrslärm...am Gewässer ist, wiederum schlechter. In der ersten Nachthälfte sind Welse besonders  in Beisslaune. Auch hat man in der Dunkelheit bei besonders klaren und flachen Gewässern  wesentlich mehr Welskontakte, als am helllichten Tag.

 

Ein Echolot ist für diese Angelart unverzichtbar. Schon Geräte der mittleren Preisklasse leisten hier gute Dienste. Der Angler sieht seinen Köder (Köderlinie) auf dem Bildschirm und erkennt sofort wenn sich ein Wels vom Grund erhebt. (Wels stellt sich in Form einer großen und breiten Sichel da). Steigt der Waller schnell und steil nach oben beißt er auch meistens. Kurz bevor der Wels zum Köder kommt lass ich das Holz verstummen und konzentriere mich auf meinen Anschlag, der schnell und kräftig sein muss. Kommt der Wels von der Seite, oder schwimmt kurven ist er eher zögerlich. Viele Welsen steigen bis zum Köder und lassen sich gleich wieder in die Tiefe fallen, hier helfen dann etwa fünf kräftige Wallerholz Schläge kurz hintereinander, um dem Waller wieder zum Köder zu locken. Wenn keine Fische auf dem Echolot zu sehen sind, klopfe ich vier bis sechs Mal hintereinander und warte dann erstmal 15-30 Sekunden ab, bis ich dann erneut das Holz ins Wasser tauche. Das wiederhole ich dann solange bis ich Welse ausfindig gemacht habe, oder der befischte Gewässerabschnitt abgefischt habe. Das Finden der Fische, steht auch hier wie bei jeder anderen Angelart an erster Stelle. Im Fluss suche ich mir tiefe Löcher, das alte Flussbett, Bodenunebenheiten oder die Fahrrinne und lasse mich über diese Spots treiben. In stehenden Gewässern ist ein Elektromotor um Strecke zu machen unverzichtbar. Hier Suche ich gezielt nach Löchern, tiefe Rinnen oder Sprungkanten. Wenn nach 5 Minuten keine Fischaktivität auf dem Echolot zu verzeichnen ist, wechsle ich den Platz. Die meisten Welse findet man in Wassertiefen von 5-15 Metern, im Fluss auch mal flacher. In großen Wassertiefen über 20 Meter zu fischen macht keinen Sinn, den meist befinden sich dort keine Fischarten. Zur besseren Bisserkennung kann man auch die Schnur beim klopfen in den Händen halten, dies rate ich allerdings nur Erfahrene Anglern, den bei einen kräftigen Biss können sich nicht geübte Angler an der Hand  verletzen.

 

Der beste Köder für eine Klopftour sind große Kanadische Tauwürmer. 10-15 Würmer auf einem speziellen Wurmrig sind erste Wahl. Dafür benötigen wir einen Einzelhaken 6/0-8/0 mit langem Schenkel und einen kleinen Black Cat RIGGING HOOK als Fanghaken, dieser verhält sich auf dem System unauffällig und verleiht dem Köder eine bessere Präsentation. Trotz seiner kleinen Größe ist dieser Haken nadelscharf und unverbiegbar. Mehr Bisse bekommt man wenn man seine Tauwürmer zusätzlich mit Lockstoff besprüht, dieses einsprühen der Würmer

 

hinterlässt eine verlocken Duftspur, diese der Waller schneller zum Köder führt. Lochstoffe aus: Blut, Leber, Fisch und Muscheln sind hierbei erste Wahl.

Der Befischungsdruck der letzten Jahre hat den Wels vorsichtiger gemacht, meist tastet der Wels mit seinen langen Barteln den Köder ab und saugt den Köder erst an, bevor er zubeißt. Ich versuche immer so unauffällig wie möglich zu fischen. Das bedeutet ich passe mein System, Vorfach, Hauptschur und Blei dem Gewässern an. Am Rhein oder am Po wo sehr große Welse zu erwarten sind und eine starke Strömung herrscht, benutze ich eine 0,40mm geflochtene Hauptschur und ein 40cm langes Welsvorfach, mit einer Tragkraft von 80 Kilo. Als Gewicht benutze ich ein 160 gr. schweres Klopfblei von Black Cat. Dieses Blei ist dick und hochwertig mit Gummi beschichtet und reduziert die elektromagnetische Feldern, diese von Welsen mit den Seitenlinienorgan war genommen werden können und den Wels misstrauisch machen können. Das Blei ist mit zwei Kugellagerwirbeln eingegossen und kann daher direkt mit Hauptschnur und Vorfach verbunden werden. Man erspart sich einen zusätzlichen Wirbel sowie die Gummiperle zum Knotenschutz. Zusätzlich schalte ich zwischen Hauptschur und Klopfblei ein starker KNOTENLOSVERBINDER mit ein, damit habe ich keine Tragkraftverlust des Geflechts. Am Neckar, Main, Baggerseen, Talsperren usw. also Langsam fließende oder stehende Gewässern mit klarer Sicht, fische ich sogar noch leichter. Als Rute kommen ein oder zweiteilige Vertikalruten auf Wels mit sensibler Rutenspitze zum Einsatz.Hochwertige Multirollen oder Stationärrollen mit guter Schnurbremse runden das Gerät ab.

Tight lines 

 Peter Merkel (Team Black Cat)


Die Petit Rhône

Die Petit Rhône, im Süden Frankreichs ist ein 60 Kilometer langer Seitenarm der großen Rhône, sie schlängelt sich durch den National Park der Camargue, wo Stiere, Pferde und rosa Flamingos, Einzigartig in Europa in völliger Freiheit leben.

Bei Saintes-Maries-de-la-Mer ein kleines malerisches Touristendorf mit traumhaften weißen Badestränden mündet Sie in den Golfe-de-Beauduc des Mittelmeers.

Dieser kleine Fluss nicht breiter als 120 Meter ist Umschmückt von einer fast unberührten Flora & Fauna und gehört zu den besten Wallerreviere Europas.

In den ersten Jahren musste ich hier viel Pionier Arbeit leisten, denn es gibt an der Petit Rhône keine Mietboote und Wallercamps, welche einem bei der Fischerei weiterhelfen können.

Bei Arles spaltet sich die Petit Rhône von der Großen Rhône ab, dieser oberer Bereich ist bis zur Kanal-Schleuse von Saint Gilles von der Binnenschifffahrt befahren. Buhnenfelder aus Stahl & Beton bremsen hier die starke Strömung ab, diese Buhnen sind mit Großen Roten und Grünen Mettalpfeiler markiert, diese auch die Fahrrinne markieren.

Hierbei rate ich jeden Bootskapitän sich an diese Mettalpfeiler zu orientieren und möglichst den Fluss- Mittig zu befahren, denn hinter den Pfeilern befinden sich diese für den Bootsfahrer gefährliche Buhnenfelder. Diese aber nur bei Niedrigen Wasserstand sichtbar sind und bei einer Kollision zu starken Schäden an Boot oder Motorschraube führen können.

Hier gibt es einen sehr guten Wallerbestand und viele Fische über 2,00 Meter, am wenigsten Angeldruck, aber durch die Schifffahrt, starker Strömung und wegen den Stahlbetonbuhnen schwieriger zu beangeln ist,´als den weiter unteren Flussabschnitt. Massenfänge von über 5 Waller an einen Tag sind bei guten Bedingungen jederzeit möglich. Ich konnte sogar mit einer Gruppe von drei Anglern 11 Waller innerhalb 8 Stunden fangen.

Dort konnte ich bereits 2008 meinen ersten Fisch von über 250cm und geschätzten 105 Kilo fangen.

Im Oktober 2011 konnte ich sogar bei einer Black Cat Tour  (Kopf) Christian Kirchermeier, (Mitte) Roman Weikert, (Schwanz Peter Merkel) einen Urwels von 258cm und 101 Kilo schweren Wels fangen.

Der Wels von 258 cm ist bisher der größte Wels, den wir je live gesehen habe. Dieser Ausnahmefang ist übrigens der dritte Fisch den ich über 250cm und 100 Kilo an der Petit Rhone gelandet habe.

Viele gute Fische liegen hierbei direkt hinter den Buhnen.

Diese Buhnenwaller kann man Erfolgreich beangeln wenn man zwischen den Buhnenfelder Große und agile Köder anbietet. Dieses Geplätscher der Köderfische kann der Waller nicht lang widerstehen. Spätestens in der Abenddämmerung kommt oft ein recht harter Wallerbiss, so dass die Rutenspitze oft bis zum Boden heruntergerissen wird. Es ist darauf zu achten das die Angelrute besonders sicher und fest im Rutenhalter sitzt, sonst kann sie ins Wasser gerissen werden.

Jeden Anbiss sollte man mit einem beherzten Anschlag quittieren, so sorgt man für einen guten Hakensitz im Wallermaul und bringt die Reißleine zum Bruch, falls dies der Wels bei der Flucht nicht von selbst getan hat.

Aber Vorsichtig den einige gute Fische habe ich an den scharfen Betonkanten schon Abgerissen. Bei einen Biss versuche ich schnellstmöglich in meinen Drill und Auslegeboot zu kommen und den Fisch mit Hilfe des 5 Ps Außenbordes von den Buhnen fern zu halten,

Mit diesen kleinen 270cm langen Schlauchboot bin ich viel schneller beim Fisch und kann wendiger agieren als mit den großen Wallerboot, das vor Anker liegt.

Ohne ein Beiboot macht es kaum Sinn diese Hot-Spot Plätze gezielt an zu fischen. Bereiche Außerhalb der Buhnenfelder bringen in der Regel weniger Fische.

Es ist immer fängiger einen größtmöglichen Bereich ab zu fischen, das Bedeutet auch das Gegenüberliegende Ufer, aber wegen der Schifffahrt sollte man seine Montage mit Hilfe von Steingewichten und Abrissschnüre Flussmittig einmal absenken.

Ab der Abenddämmerung fährt hier in der Regel keine Schifffahrt mehr.

 

Ich überspanne dann denn Fluss direkt mit 1-2 Schnüren, diese am gegenüberliegenden Ufer mit Hilfe von Reißleinen an Ästen, Sträucher etc.befestigt werden.

Falls dann doch noch ein Schiff im Dunkeln angefahren kommt, was in der Regel einmal die Woche der Fall ist, hat man genug Zeit diese zwei Ruten ab zu reißen.

Eins bis zwei Köder an U-Posen angeboten bringen immer wieder Fische, auch am Tag.

Unterhalb der Schleuseneinfahrt von Saint Gilles bis zur Brücke von Sylvereal ist der Fluss keine Schifffahrtsstraße mehr und kann von großen Schiffen nicht befahren werden.

Überall sind versunkene Bäume im Wasser, teils riesige Baumkronen ragen Beeindrucksvoll aus dem Wasser, dieser Bereich kann nur von kleineren Booten langsam und Vorsichtig befahren werden.

Im Oktober 2010 hatte ich mit so einen Hindernis das bis kurz Unterhalb der Wasseroberfläche ragte eine Kollision, diese mir eine Bootsschraube und das Getriebe meines Außenborders kostete.

Dieses Gebiet ist menschenleer, nur vereinzelt stehen Gutshöfe am Flussufer und die Vegetation ist sehr stark am Flussufer ausgebreitet ,so das man das Gefühl hat man ist im tiefsten Dschungel.

Die Fischerei ist großteils nur vom Boot aus möglich. In diesem Flussabschnitt gibt es mengenmäßig weniger Welse, dafür im Schnitt aber größere Fische. Hier konnte ich einige Fische über 230cm fangen und Sven ein Tourteilnehmer von mir zu einen Rekordfisch von 252cm und gewogene 106,5 Kilo verhelfen.

Auch werden hier jedes Jahr eins bis zwei Fängen von den sehr seltenen Albino Welsen mit rot gefärbten Augen gemeldet. Diese sind nicht zu verwechseln mit den Mandarin Welsen aus dem Ebro in Spanien, diese eine Pigmentstörung der Haut aufweisen und eine normale Augenfarbe haben. Leider konnte ich selber noch keinen Albino Wels fangen. Aber bei unserer 2010 Frühlingstour konnten meine beiden Freunde Kevin Weiß und Stefan Seuss einen dieser seltenen Albino Welsen von einer Länge von 207cm fangen, auf das Wiegen verzichteten wir zum Wohle des seltenen Fisches.

Das fischen in diesen Flussabschnitt ist relativ einfach und die Bojenmontage und Astmontage bringt hier Fisch. Auch lohnt es sich hier Nachts die riesigen Flachwasserzonen mit Stockmontagen und der treibenden Posenmontage zu befischen.

Ab der Brücke von Sylvereal beginnt der maritime Bereich und das Flusswasser ist schon leicht salzig. Hier befindet sich auch der Campingplatz welcher von Welsanglern aus ganz Europa als Anlaufstelle genutzt wird.

Direkt unter der Brücke ist es  22 Meter Tief, hier wurden von den Französischen Wallerangler einige Welse bis über 100 Kilo gefangen.

In diesen unteren Bereich sind auch die markantesten Stellen im gesamten Fluss, diese das ganze Jahr stark beangelt werden und deswegen Heute nur selten gute Fische über 80 Kilo bringen.

Wegen den starken Befischungsdruckes befische ich den unteren maritimen Bereich nur noch selten, der aber interessant für uns Angler in der Raubfischschonzeit ist. Weil man Dort das ganze Jahr mit Lebendigen Ködern und rund um die Uhr fischen darf.

Etwa 3 Kilometer unterhalb von Sylvereal ist schon Brackwasser und je nach der Gezeiten Strömung bringen meist nur noch Oberflächenmontagen Fisch. Bis Die Petit Rhone weiter in Saintes-maries-de-la-mer ins Meer mündet.

Fangmethoden:

Bojenfischen:

Die Bojenmontage ist wegen der geringen Strömung eine sehr erfolgreiche Montage an der Petit Rhône, jedoch sind nur die unteren Flusskilometer ab der Schleußeneinfart von Saint Gilles für diese Montage geeignet, da dort keine Berufsschifffahrt mehr stattfindet und die Strömung stark nachlässt.

Dabei ist zu beachten, dass man nicht die gesamte Flussbreite mit Bojen bestückt und mindestens 1/3 des Flusses als Fahrrinne frei lässt und seine Montagen sichtbar für andere Angler kennzeichnet.

Anbinden an Holz und Ästen:

Das Anbinden mit einer Reißleine an Holz, Ästen etc. ist eine sehr einfache und fängige Montage. Dabei sollte man das stark bewachsene Uferregion gezielt beangeln. Die Waller liegen hier meist sehr Ufernah unter den Bäumen und lauern ihre Beute auf.

 

Vom verankerten Boot:

Eine Simple Methode ist, vom verankerten Boot aus zu fischen. Bei dieser Angelart wird das Boot quer im Fluss verankert (Bug und Heck Richtung Ufer). Die Köder werden einfach mit Hilfe der Schwimmermontagen abtreiben lassen und etwa 100-200 Meter hinter dem Boot angeboten.

Vertikalangeln/Wallerholz:

Das Vertikalangeln vom treibenden Boot ist wegen der geringen Strömung immer für einen Versuch Wert. Bei dieser Art des fischen kann man auch ein Wallerholz benutzen.

Manchmal versammeln sich ganze Wallerschwärme unter dem Boot und schauen was los ist. Die Abstände zwischen den Klopfgeräuschen und die immer wieder eingelegten Pausen sind hierbei Gefühlssache.

Vor allem in den Sommermonaten wenn der Waller faul am Boden liegt und man am Tag mit den andren Methoden keine Fische fängt, kann man mit diesen aktiven angeln mehrere Fische am Tag an den Haken locken.

Absenken der Montagen:

Der obere Bereich, bis zur Kanal-Schleuse von Saint Gilles ist von der Schifffahrt befahren.

Um auch die Gegenüberliegende Uferseite zu befischen, empfehle ich die Schnur Fluss Mittig mit einen Gewicht ab zu senken.

Hierzu benötigen wir einfach einen Stein, kurze Abrissleine (Monofile Angelschnur 0,30mm) ein Karabiner- Wirbel, diesen einfach in die Hauptschur hängt und dann denn Stein auf Grund fallen lässt.

Die Steine sollten ein Gewicht von ca. 3-4 Kilo haben um eine Ausreichende Spannung auf die Montage zu bekommen und diese nicht durch die Strömung abtreiben kann.

Köder Tipp:

Die Meeräsche ist die Hauptnahrung des Wallers und somit der beste Köder.

Die Meeräsche ist ein Planktonfresser und ist meist nur mit speziellen Watwürmer an den Haken zu bekommen, auch auf Maden die man verführerisch an einen kleinen Haken zappelt anbietet kann man die ein oder andere Meeräsche fangen

Die Würmer bekommt man für kleines Geld in den örtlichen Angel-Shops.

Schutzmaßnahmen:

Wichtig ist in den Sommermonaten das Insektenspray gegen Stechmücken und ein Mückennetz . Denn diese können in der Dämmerung zu einer Plage werden!

Gezeiten/Strömung:

Die Petit Rhone steigt und fällt zweimal am Tag mit vorhersagbarer Regelmäßigkeit. Etwas mehr als 6 Stunden lang steigt das Wasser: die Flut der Meeres kommt. Dann fällt es über einen ebenso langen Zeitraum wieder ab: die Ebbe tritt ein. Das Zusammenspiel zwischen Ebbe und Flut nennt man Gezeiten.

An den Vollmundtagen können die Wasserausschläge bis über einen halben Meter ausmachen!

Diese Schwankungen der Pegelstände sollte man immer beachten, diese Gezeiten-Strömung kann gerade im maritimen Bereich das Fressverhalten der Fische beeinflussen.

Nämlich wenn Salzwasser in den Fluss gedrückt wird und dieses den Welsen auf den Magen schlägt.

Angelkarten und Regelung der Fischerei an der Petit Rhône:

Auf den ersten 40 Flusskilometern ( Arles-Sylvereal ) der kleinen Rhône gelten die französischen Fischereigesetze. Nachtangeln auf Raubfisch ist verboten.

Das Bedeutet ab einer halben Stunde nach Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang ist Nachtangelverbot, jedoch in der Sommerzeit (Uhrumstellung)ist es Erlaubt: zwei Stunden vor Sonnenaufgang und bis zu zwei Stunden nach Sonnenuntergang zu angeln.

Angelkarten:

Die Angelerlaubnis (Carte Federale ) bekommt ihr mit Vorlage des Personalausweises in Tabakläden und den örtlichen Angel-Shops.

Einen Blauen Fischereinschein wie in Deutschland benötigt man in ganz Frankreich nicht.

Die Jahreskarte kostet 69 Euro, im Sommer bekommt man eine Ferienkarte für circa 30 Euro, diese gilt für vier aufeinander folgende Wochen.

Diese Angelkarte Erlaubt das Fischen mit vier Handangeln.

Köderfischverbot:

Die Raubfischschonzeit auf Hecht und Zander geht vom 1. Januar bis zum 30. April. In dieser Zeit ist es verboten, lebende Köderfische, Fischfetzen und Kunstköder auch auf Wels einzusetzen, obwohl der Wels keine Schonzeit hat.

Tauwürmer und Fischpellets sind in dieser Zeit gestattet und sehr fängig.

In der Restlichen Jahreszeit ist der lebendige Köderfisch Erlaubt.

Der maritimen Bereich:

Diesen letzten Flussabschnitt ab der Brücke in Sylvereal nennt man maritimen Bereich, interessant für uns Angler ist der Punkt,dass dort das Nachtangelverbot und die Raubfischschonzeit aufgehoben sind und man das ganze Jahr über rund um die Uhr mit lebenden Ködern auf Wels fischen darf.

Bottsvignette:

Alle Boote ab 9,8 Ps benötigen für die Nutzung der französischen Binnenwasserstraßen eine Boots-Vignette.

Eine Urlaubsvignette für 16 Tage kostet 23,80 Euro.

Alle weiteren Infos zur Boots-Vignette findet man hier:

http://www.lvm-rlp.de/nachrichten/info-vignette.htm

 

Campingplatz und Unterkünfte an der Petit Rhone:

In Sylvereal befindet sich der einsigste Campingplatz an der Petit Rhone, welcher von Welsanglern aus ganz Europa als Anlaufstelle genutzt wird. Dort kann man sein Auto parken und das Boot ins Wasser lassen. Boote sind ein Muss an diesem Fluss, da die Ufer schwer zugänglich sind und man mit dem Boot oftmals weite Strecken zurücklegen muss.

Für Angler die etwas mehr Luxus möchten, gibt es das Mas de la Vigne in 13123 Albaron. Das ist ein schöner Gutshof mit tollen Ferienwohnungen direkt an der Petit Rhone. Mit Eigener Slipstelle und Bootsahnliege-Plätze.

 

Kontaktadresse: Tel/Fax : 33 (0)4 90 97 11 29 - Internet : www.masdelavigne.comwww.masdelavigne.com 

 

Besonderheiten / Sehenswertes:

 

Die Römer haben zahlreiche Spuren in Frankreichs Süden hinterlassen. Eines der wohl schönsten und noch bestens erhaltenen Bauwerke ist der Aquädukt Pont du Gard bei Nîmes. Wenn Sie eher für natürliche Formen schwärmen, dann besuchen Sie doch mal die Höhle Orgnac l´Aven in der Nähe der Ardecheschluchten.

 

Das Wasserschloss in Tarascon lohnt einen Ausflug und bietet neben sehenswerten Innenräumen einen schönen Ausblick durch die Zinnen auf den Ort. Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, können Sie in Gonfaron viel über europäische Schildkröten erfahren, eine Safari durch den Zoo von Frejus starten, oder in La Londe seltene tropische Vögel beobachten. Über 300 Krokodile können Sie in Pierrelatte auf einer Farm besichtigen, dagegen bietet das Marineland Antibes Haie hautnah, sowie Orkas, Delfine und vieles mehr.

Les Saintes-Maries-de-la-Mer ist ein provencalisches Städtchen, einsam gelegen, welches verstanden hat, seine Traditionen und sein Erbe in einem geschützten Ort zu erhalten, wo Stiere, Pferde und rosa Flamingos in völliger Freiheit leben. Umgeben von unendlichen, wunderbaren und wilden Binnenseen (étangs), bietet die Stadt zahlreiche Aktivitäten auf der Grundlage einer naturgeschützten Landschaft, die authentisch erhalten blieb. Les Saintes Maries ist berühmt für die erhaltenen Traditionen: Zigeunerwallfahrt, farbenfrohe Folklore voller Musik, die viele Menschen anzieht. Dieser Ort der Entspannung und Freizeit bietet dem Touristen alle Freuden des Meers mit unendlich weiten Sandstränden. Les Saintes Maries bietet hervorragende Bedingungen für alle Wassersportarten. Die verschiedenen Winde bieten jedem das Gewünschte; eine Wassersport und Segelschule ist im Hafen.

 


Wallerangeln im Herbst

 

Im Herbst wenn die Wassertemperaturen bei uns in Deutschland fallen ziehen sich die Welse in tiefere Bereiche zurück um Dort in Winterruhe zu gehen.Vorher müssen sie sich aber nochmals den Ranzen voll schlagen und sich eine Winter-Speckchicht an fressen. Das ist für uns Angler nochmals eine gute Chance einen Wels vor dem Winter zu fangen.Meist beginnt diese Fressphase ab Mitte Oktober und endet erst Anfang Dezember. Diese Zeit ist nach dem jeweiligen Gewässern und der Wassertemperatur abhängig.Diese Fressorgie beginnt im Herbst. bei ca. 16 Grad und endet bei 8 Grad Wassertemperatur.

 

Unter 8 Grad Celsius fressen die Welse in der Regel nichts mehr.Die schlechten Fangerfolgen der meisten Angler liegt daran, dass sie ihren Köder zu dicht am Grund anbieten und im Gewässer falsch präsentieren.

 

Denn wenn man sich die Kopfform des Welses genauer ansieht erkennt man, dass der Waller ein oberständiges Maul und nach oben gerichtete Augen aufweist. Das bedeutet dass er einen Großteil seiner Nahrung im Freiwasser jagt. Er greift seine Beute aus der Deckung heraus an und folgt den Beutefischen oft bis an die Oberfläche.Aus diesen Gründen biete ich meine Köder an Abrisskanten oder Vertiefungen an und lasse sie stets 1-2m über dem Gewässerboden mit Hilfe einer Unterwasserposen-Montage schweben.

 

Damit die Köder auftreiben benutze ich Auftriebskörper, je nach Ködergewicht zwischen 15gr-30gr. Als Welsköder verwende ich Tauwürmer oder Tote Köderfische, hierbei reicht eine 20gr. Unterwasserpose als Auftrieb, diese ich 15cm hinter den Haken montiere.

Die Köderfische werden vorher mit einen Messer an der Flanke angeschnitten. Zusätzlich dipe ich die Köderfische und die U-Pose in einen Leber-Dip. Damit duftet der Köder für einen hungrigen Wels verführerisch. Auch die Tauwürmer werden in Lockstoff getunkt , so befindet sich eine Lockspur im Wasser, dieser die Welse an meinen Köder locken.

Mit einen kleinen Gummi zum Beispiel von einen alten Fahrradschlauch sichere ich meine Köder, damit sie beim werfen nicht weg fliegen.Die Montage ist sehr einfach. Sie besteht aus 150cm langes Vorfachmaterial, einen Haken, schlanken Auftriebskörpern, Reißleine, einen speziellen Dreiwege-Wirbel mit Sprengring und einen 200Gram Blei als Gewicht, das den auftreibenden Köder vom Grund her fixiert.Der Dreiwege Wirbel wird gebraucht um keinen Schnursalat beim werfen zu bekommen. Die Reißleinen am Blei ist dazu gedacht das bei einen möglichen Hänger nur das Blei ab reißt und nicht die gesamte teurere Montage.

Als Vorfachmaterial benutze ich 1,2mm Monovorfach dieses hat mehrere Vorteile:

1: sie ist steifer als Dynema und verwickelt sich deswegen beim werfen nicht!

2: sie ist abriebfester als Dynemavorfach.

3: bei klaren Gewässern ist das Mono fast unsichtbar und man bekommt mehr Welsbisse.

4: Mono ist billiger als anderes Welsvorfach-Material.

Auf die Schärfe der Haken ist besonders vor dem angeln zu achten, den nur so kann man seine Bissausbeute steigern. Direkt in Griffweite habe ich immer zwei Handschuhe und eine Zange, damit ich bei einen möglichen Fangerfolg diese wichtigen Utensilien sofort zur Hand habe. Als Bissanzeiger verwende ich Rüttelkontakt – Bissanzeiger diese beim wackeln der Rute sofort piepsen. So muss ich nicht ständig meine Rutenspitze beobachten.Vorsicht, viele Welsbisse sind so Brachial das schlecht gesicherte Ruten bei einen Biss ins Wasser gezogen werden.

Rod Pots oder Normale Rutenhalter sind nicht geeignet!

Deswegen benutze ich stabile Edelstahl Rohre mit Erdspieß die ich mit Hilfe eines Gummihammers fest in den Boden ramme. Die Spulenbremse muss schwer ab zu ziehen sein denn nur so hakt sich der Wels selber.